Einsparung: 23 Millionen Euro

Bahn schickt Lokführer zum Energiespar-Training

Um die Sparvorgaben zu erreichen, wurden die Lokführer zum Beispiel geschult, straff anzufahren, am Berg nicht zu beschleunigen, bergab den zu Schwung nutzen und bei Fahrzeitreserven die Geschwindigkeit zu reduzieren, sagte Heinrich Strößenreuther, Leiter des Projekts EnergieSparen, dem "Greenpeace Magazin".

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Hamburg (red) - Durch Energiespar-Training für 14 000 Lokführer hat die Deutsche Bahn bereits 23 Millionen Euro eingespart. "Im Fernverkehr wurde in den letzten vier Monaten sieben Prozent weniger Strom verbraucht als vor Projektbeginn im Jahr 2002", bilanzierte Heinrich Strößenreuther, Leiter des Projekts EnergieSparen, im "Greenpeace Magazin". Ziel sei es, durch Lokführer-Schulung und technische Maßnahmen den Energieverbrauch im Personenverkehr um zehn Prozent gegenüber 2002 zu senken.

Um die Sparvorgaben zu erreichen, wurden die Lokführer zum Beispiel geschult, straff anzufahren, am Berg nicht zu beschleunigen, bergab den zu Schwung nutzen und bei Fahrzeitreserven die Geschwindigkeit zu reduzieren. Das Wichtigste aber sei, so Strößenreuther, dass die Lokführer "je nach Fahrplan, Gefälle und Witterung möglichst früh abschalten und rollen lassen".

Die ersten beiden ICE-Generationen werden derzeit zudem mit Bordcomputern nachgerüstet, die den optimalen Zeitpunkt zum Abschalten berechnen. Wenn Luft im Fahrplan sei, könne ein Lokführer den Zug bereits 60 Kilometer vor dem Zielbahnhof abschalten und rollen lassen, erklärte Strößenreuther. Auf einer einzigen ICE-Fahrt von Hamburg nach München könne ein guter Lokführer den Verbrauch von 19 000 auf 15 000 Kilowattstunden drücken, spare also "so viel Strom, wie ein vierköpfiger Haushalt in einem ganzen Jahr verbraucht".