Studie

Bahn könnte bis 2030 auf Ökostrom umsteigen

Die Deutsche Bahn könnte laut einer Studie des Hamburger arrhenius-Instituts für Energie- und Klimapolitik ihren Strombedarf bis 2030 komplett durch erneuerbare Energien decken. Vor allem Investitionen in Windkraftanlagen würden den Wechsel zu einer umweltfreundlichen Stromversorgung vorantreiben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (dapd/red) - Das sagte ein Sprecher von Greenpeace am Mittwoch. Das Institut hatte die Studie im Auftrag des Umweltverbandes durchgeführt.

"Die zaghaften Schritte der Bahn in Richtung erneuerbare Energien sind bislang vor allem grüne PR", sagte Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. Bislang beziehe die Bahn 15 Prozent des Stroms aus Atomkraftwerken, weitere 49 Prozent lieferten Braun- und Steinkohlekraftwerke.

Versorgung mit Ökostrom zu 80 Prozent kostenneutral

Für eine vollständige Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien müsste die Bahn jährlich eine Leistung von 500 Megawatt Windkraft installieren. Eine Erhöhung des EE-Anteils auf 80 Prozent wäre Greenpeace zufolge weitgehend kostenneutral zu realisieren. Ab einem Anteil von 80 Prozent müsse laut Gutachten zusätzlich auf synthetisches Methan als Zwischenspeicher zurückgegriffen werden, was höhere Kosten verursachen würde.

Böhling zufolge liefere die Energiewende dabei kein Alibi für überzogene Preiserhöhungen, weil Energie nur zehn Prozent der Ticketkosten ausmache. Zu einem ähnlichen Ergebnis den Anteil von Ökostrom betreffend kommt das Bundesumweltministerium in einer eigenen Studie: Die Bahn könne den Stromanteil aus Erneuerbaren Energien bis 2020 auf bis zu 50 Prozent mit geringen Mehrkosten erhöhen.