Ökostrom

Bahn: ICE-Züge sollen mit Windstrom fahren

Die Deutsche Bahn kann in Zukunft einen Teil ihrer ICE-Flotte ausschließlich mit Windenergie fahren lassen. Zudem will der Konzern seinen CO2-Ausstoß bis 2020 gegenüber 2006 um 20 Prozent senken.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die Bahn stehe vor Abschluss eines Strom-Liefervertrages mit einem Windpark in Brandenburg über eine Jahresleistung von 59 Gigawattstunden, teilte der Konzern heute mit. Damit könnten bis zu sechs ICE-Züge angetrieben werden, die pro Jahr im Schnitt eine halbe Million Kilometer zurücklegen. Die Bahn hat insgesamt 250 ICE-Züge.

Bereits heute beziehe der Konzern 16 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen, teilte die Deutsche Bahn mit. Bis 2020 solle sich dieser Anteil auf 30 Prozent erhöhen.

Tropfen auf den heißen Stein

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte, die Bahn verschleiere mit ihren Ankündigungen zum Einkauf von Windstrom, wie viel Energie der Konzern noch immer aus herkömmlichen Energieträgern beziehe. Der Konzern nutze nach wie vor zu einem erheblichen Teil "extrem dreckigen" Strom aus Kernenergie und Kohle. "Von einem großen Wurf beim Klimaschutz kann mit diesem halbherzigen Einstieg in die Windenergie noch keine Rede sein", erklärte Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. Während die Bahn an der einen Stelle den Einkauf von Windstrom ankündige, lasse sie an anderer Stelle ein Kohlekraftwerk errichten. "Damit zeigt die Bahn beim Klimaschutz leider ihr wahres Gesicht", erklärte Böhling.