Manipulationsverdacht

BaFin untersucht mögliche Kursmanipulationen im Fall RWE/EdF (Upd.)

Die BaFin hat bislang keine Hinweise auf mögliche Kursmanipulationen im Zusammenhang mit den Berichten über ein Interesse von EdF am Essener Energiekonzern RWE. Dies sagte eine Sprecherin der Bonner Behörde gestern, bestätigte aber zugleich, dass die BaFin eine Untersuchung in dem Fall einleite.

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Bonn (ddp-nrw/sm) - Die eingeleiteten Untersuchungen seien bislang aber lediglich ein Routineprozess, sagte die Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Eine RWE-Sprecherin hatte bereits am Sonntag ddp/Dow Jones gegenüber bestätigt, dass die BaFin eingeschaltet werden soll. Hintergrund der Überprüfung: Laut einem "Spiegel"-Bericht hegt RWE den Verdacht, dass die Meldung gezielt gestreut wurde, um den Kurs des Versorgers zu manipulieren.

Der Kurs der RWE-Aktie war am Freitag um mehr als sechs Prozent auf 82,70 Euro gestiegen, das Tageshoch hatte sogar bei 83,45 Euro gelegen. Zuvor hatte der SWR berichtet, EdF sei an einer Übernahme von RWE interessiert und habe bereits entsprechende Kontakte zur Bundesregierung ufgenommen. Ein solcher Kontakt wurde jedoch umgehend von allen Seiten dementiert.

Trotzdem halten dem "Spiegel" zufolge selbst RWE-Manager einen Vorstoß aus Frankreich prinzipiell für möglich. Bereits vor einigen Monaten seien größere RWE-Aktienpakete an der Börse gekauft worden. EdF-Chef Pierre Gadonneix solle bei Investorengesprächen in den vergangenen Wochen Interesse am Kauf eines großen deutschen Versorgers geäußert haben, hieß es.

Ein Übernahmeversuch würde den Energieversorger RWE in einer schwierigen Phase treffen. Nach zahlreichen Verkäufen ist die Konzernkasse zwar prall gefüllt. Allerdings gilt Vorstandschef Harry Roels als geschwächt, weil er die Position Anfang kommenden Jahres für seinen Nachfolger, den Stahlmanager Jürgen Grossmann, räumen soll.