Eckpunkte beschlossen

Baden-Württemberg will Windkraft umfassend ausbauen

Die Windkraft soll in Baden-Württemberg verstärkt zum Einsatz kommen. Ein Beschluss des Kabinetts legte jetzt Eckpunkte für den Ausbau der Windkraft fest. So sollen Vorranggebiete für Windkraftanlagen ausgeweitet und die bisherigen Ausschlussgebiete abgeschafft werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Stuttgart (dapd-bwb/red) - Das Kabinett beschloss am Mittwoch die Eckpunkte für einen "umfassenden, aber kontrollierten Ausbau" der Windenergie, wie Verkehrsminister Winfried Hermann und Umweltminister Franz Untersteller (beide Grüne) in Stuttgart mitteilten. Umweltverbände begrüßten das Vorhaben.

In der Sommerpause wird die Gesetzesnovelle erarbeitet. Sie soll dann Anfang 2012 in Kraft treten. Bis 2020 sollen rund zehn Prozent des Stroms im Land mit eigener Windkraft erzeugt werden.

Umweltverbände: Nicht aufs Geratewohl loslegen

Der Naturschutzbund NABU begrüßte die Planungen, forderte jedoch eine "intensive Einbeziehung der Umwelt- und Naturschutzverbände". Da Windkraftanlagen für Vögel und Fledermäuse gefährlich sein könnten, müsse der Natur- und Artenschutz beim Ausbau besonders berücksichtigt werden.

Als "positiven und längst überfälligen Schritt in Richtung zeitgemäße Energiewende" bezeichnete der BUND die Eckpunkte. Da den Kommunen durch die gesetzliche Neuerung mehr Verantwortung zukommt, warnte der Umweltverband jedoch davor, nun "aufs Geratewohl mit Planungen an hoch umstrittenen Standorten" mit dem Ausbau loszulegen. "Dies ist auch völlig unnötig, da genügend geeignete Flächen im Land vorhanden sind, auf die problemlos und konfliktfrei zugegriffen werden kann", hieß es weiter.