Energiewende

Baden-Württemberg will Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängern

Weil der Ausbau erneuerbarer Energien nicht ausreicht, um den Strombedarf in Baden-Württemberg zu decken, will das Bundesland eine Laufzeitverlängerung bei bestehenden Kernkraftwerken erreichen. Auch Umweltminister Trittin könne nicht plausibel erklären, wie der Atomausstieg bei der Stromerzeugung kompensiert werden soll.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach den Worten von Baden-Württembergs Wirtschaftsminister und stellvertretendem Ministerpräsident, Dr. Walter Döring, bleibt Bundesumweltminister Jürgen Trittin die zentralen Antworten im Hinblick auf die von ihm geforderte Energiewende schuldig. Döring: "Auch wir streben einen Ausbau der erneuerbaren Energien an. Doch so sinnvoll der Ausbau erneuerbarer Energien ist, können sie dennoch nicht die bestehenden atomaren und konventionellen Großkraftwerke ersetzen."

In diesem Zusammenhang wies Döring darauf hin, dass allein die fünf Kernkraftwerke, die nach dem Willen des Bundes in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2022 stillgelegt werden sollen, 58 Prozent des in Baden-Württemberg erzeugten Stroms liefern. Der Anteil der erneuerbaren Energien am erzeugten Strom liege dagegen derzeit bei gut acht Prozent. "Auch wenn wir unser ehrgeiziges Ziel erreichen und den Anteil der erneuerbaren Energien von 1997 bis zum Jahre 2010 verdoppeln würden, werden sie dennoch nur knapp zwölf Prozent des in Baden-Württemberg bereitgestellten Stroms decken können", befürchtet der Wirtschaftsminister.

Döring bemängelte zudem, dass Trittin bislang nicht plausibel erklären könne, wie sich der angestrebte Atomausstieg mit den gleichzeitig auch vom Bund propagierten Zielen des Klimaschutzes unter einen Hut bringen lasse. Der Ausstieg aus der Kernenergie führe zwangsläufig zu einer verstärkten Rückkehr zu den fossilen Energieträgern, erläuterte Döring. "Unser Ziel bleibt daher, eine Laufzeitverlängerung bei bestehenden Kernkraftwerken zu erreichen. Diese Lösung wäre kostengünstig und klimaneutral, setzt aber die Rücknahme des Ausstiegsbeschlusses auf Bundesebene voraus."