Auf dem richtigen Weg

Baden-Württemberg verzeichnet sinkende CO2-Emissionen

Die energiebedingten CO2-Emissionen in Baden-Württemberg sind 2004 auf unter 75 Millionen Tonnen gesunken, was weniger als sieben Tonnen pro Einwohner entspreche. Umweltministerin Gönner sieht das Land damit auf dem richtigen Weg, mahnt jedoch, dass der Atomausstieg das Land beim Klimaschutz zurückwerfe.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Die CO2-Emissionen waren 2004 in Baden-Württemberg nach Angaben des Statistischen Landesamtes das dritte Jahr in Folge rückläufig. Mit knapp 74,9 Millionen Tonnen lagen die CO2-Emissionen aufgrund des Verbrauchs fossiler Energieträger um rund ein Prozent niedriger als 2003. Allerdings blieben sie noch geringfügig (0,5 Milliarden Tonnen) höher als 1990, dem Bezugsjahr für die gemäß Kyoto-Protokoll angestrebte Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Erfreulich sei jedoch, dass die CO2-Emissionen auf einen Wert von unter sieben Tonnen je Einwohner und Jahr gesunken seien, im Bundesdurchschnitt liege der Wert derzeit bei etwa 10 Tonnen. Als Grund dafür nennt das Statistische Landesamt den vergleichsweise hohen Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung von über 50 Prozent (Bundesdurchschnitt: 26 Prozent).

Umweltministerin Tanja Gönner wertete den Rückgang der CO2-Emissionen zwar als ermutigendes Signal, eine dauerhafte Trendwende sei allerdings noch nicht zu erkennen. Eine spürbare Reduktion der Treibhausgasemissionen setze eine weitere Steigerung der Energieeffizienz und der Einsparung von Energie sowie den konsequenten Ausbau regenerativer Energien voraus. Die in diesem Jahr neu angelaufenen Förderprogramme des Landes zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau erneuerbarer Energien würden die bestehenden Klimaschutzbemühungen des Landes wie auch des Bundes verstärken.

Derzeit werde außerdem ein neues Landesgesetz vorbereitet, mit dem künftig im Wohnungsbau die Nutzung erneuerbarer Energien verpflichtend vorgeschrieben werden soll. Bei den erneuerbaren Energien findet eine dynamische Entwicklung statt. Die Potenziale müssen jedoch vor allem auch im Wärmesektor noch besser ausgeschöpft werden, so Gönner.

Atomausstieg bedeutet Rückschritt für Klimaschutz

Der vorgesehene Ausstieg aus der Kernkraft drohe das Land beim Klimaschutz zurück zu werfen, mahnte Gönner. Es sei unrealistisch, den hohen Anteil der Kernenergie durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Der notwendige Zubau neuer Kohle- und Gaskraftwerke wird dagegen den CO2-Ausstoß anheizen. Weiter kritisiert Gönner, dass durch den Neubau solcher Kraftwerke Investitionsmittel aufgebracht werden müssen, die ansonsten für den Klimaschutz zur Verfügung gestanden hätten.

Daher müsse ideologiefrei über längere Laufzeiten von Kernkraftwerken diskutiert werden, bekräftigte die Umweltministerin. Sie schlägt vor, die Laufzeiten sicherer Anlagen zu verlängern und gleichzeitig die Energieversorger zu verpflichten, mindestens die Hälfte der daraus erzielten Zusatzgewinne in die Weiterentwicklung und den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren. So könne man Zeit und Finanzmittel gewinnen und den erneuerbaren Energien den Weg ebnen.