Veränderte Bedingungen

Baden-Württemberg überprüft Auslegungsrandbedingungen für Kernkraftwerke

Die baden-württembergischen Kernkraftbetreiber wurden vom Umwelt- und Verkehrsministerium angewiesen, die Auslegungsparameter ihrer Anlagen aufgrund geänderter Umwelteinflüsse - insbesondere im Hinblick auf extreme Klima- und Wetterverhältnisse - zu überprüfen, um weiter einen sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten.

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Das baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerium hat die Betreiber der baden-württembergischen Kernkraftwerke in einem aufsichtlichen Gespräch angewiesen, systematisch zu überprüfen, ob die Auslegungsparameter ihrer Anlagen aufgrund geänderter Umwelteinflüsse - insbesondere im Hinblick auf extreme Klima- und Wetterverhältnisse - künftig verändert werden sollen. Ziel sei es, den sicheren Betrieb der Kernkraftwerke ohne Überschreitung von Auslegungsparametern und ohne Leistungsreduktionen zu gewährleisten.

So sollen die Unternehmen beispielsweise überprüfen, ob die den Sicherheitsnachweisen zu Grunde gelegten Annahmen, die sich an den bisherigen klimatischen Erfahrungen orientieren, den heutigen Wetterverhältnissen noch angemessen sind, oder ob sie neueren Erkenntnissen angepasst werden können. Hierzu gehören beispielsweise extreme Lufttemperaturen oder starke Wind- und Schneelasten.

Auslöser für diese weitergehenden Untersuchungen waren die hohen Flusswassertemperaturen im Rhein und Neckar in diesem Sommer. Diese hatten dazu geführt, dass zwischen Juni und 5./6. August 2003, als die Aufsichtsbehörde die Leistungsreduzierung der Kernkraftwerke in Philippsburg und Neckarwestheim verfügte, die tatsächliche Flusswassertemperatur im KKP 1 die Auslegungstemperatur für das Not- und Nachkühlsystem an zwölf Tagen von 0,1 bis maximal 0,8 Grad und im GKN I an einem Tag um maximal 0,1 Grad überschritten hat.

Das Umwelt- und Verkehrsministerium befasst sich derzeit mit einer rechtlichen und fachlichen Bewertung der Auswirkungen der vergangenen Hitzeperiode.