Theaterdonner

Baden-Württemberg: Teufel weist Vorwurf der Blockade erneuerbarer Energien zurück

Für den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel ist es eine "Horrorvorstellung", wenn die Anzahl der installierten Windkrafträder auf 5000 steigt. Trotzdem blockiere er die erneuerbaren Energien nicht.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Als "billigen Theaterdonner" wies Ministerpräsident Erwin Teufel gestern den SPD-Vorwurf zurück, die Landesregierung blockiere die Entwicklung der erneuerbaren Energien. "Was als Abrechnung mit der Politik der Landesregierung in Sachen regenerative Energien angekündigt war, entpuppt sich vor allem als kurzatmige Kritik an unserer Ablehnung des Wildwuchses bei der Errichtung von Windkraftanlagen. Die Landesregierung steht zu ihrem Wort, den Anteil regenerativer Energienträger an der Stromversorgung mittelfristig zu erhöhen. Eine nachhaltige Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch den unkontrolliert zunehmenden Bau von subventionierten Windrotoren bei gleichzeitig geringer Energieausbeute kommt für die Landesregierung allerdings nicht in Frage", betonte Teufel erneut.

Höchst zweifelhaft sei die Behauptung der SPD, 5000 Windkraftanlagen könnten ein Drittel des baden-württembergischen Strombedarfes decken. Seriöse Berechnungen kämen bei dieser Anzahl allenfalls auf eine Deckungsquote von höchstens 15 Prozent. Andererseits sei die Zunahme von derzeit 107 auf 5000 solcher Anlagen an sich schon eine "Horrorvorstellung" für jeden, dem das Landschaftsbild Baden-Württembergs am Herzen liege. Es sei daher nicht zu verantworten, einen "solchen Wald von Windrädern" in die Landschaft zu stellen ohne klare Planungsvorgaben und ohne eine weitgehende Beschränkung auf verträgliche Standorte. Die Zielrichtung der Landes-SPD widerspreche zudem eigenen Verlautbarungen, so Teufel weiter. Schließlich habe sie die Ablehnung unkontrolliert aus dem Boden sprießender Windkraftanlagen im Anschluss an ein Gespräch der Landesregierung mit den Landschafts- und Naturschutzverbänden selbst begrüßt. "Die SPD war schon auf dem richtigen Weg. Beim Versuch, in der Opposition zu punkten, hat sie sich nun offensichtlich trotzdem verlaufen."

Als "Augenwischerei" bezeichnete Ministerpräsident Erwin Teufel den Vorschlag einer Schiedsstelle. Eine solche Einrichtung leiste der Bürokratie weiter Vorschub und sei mit dem geltenden Verfahrensrecht nicht vereinbar. "Diese Idee ist nicht praktikabel."