Umfangreich

Baden-Württemberg startet Langzeit-Gaspreisvergleich

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister lässt in punkto Gaspreisüberprüfung nicht locker: Die Landeskartellbehörde startete in dieser Woche eine umfangreiche Prüfung der Gaspreise seit 2004. Die 106 Versorger im Land müssen deshalb jetzt weitreichende Daten vorlegen.

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Stuttgart (red) - Die Gasversorger in Baden-Württemberg müssen vor der Landeskartellbehörde ihre Preise erneut offenlegen. Wie Wirtschaftsminister Ernst Pfister in Stuttgart mitteilte, hat die im Wirtschaftsministerium angesiedelte Landeskartellbehörde die 106 Gasversorger im Land zu einem "Langzeit-Preisvergleich" aufgefordert. "Die hohen Gaspreise rufen nach verstärkter Aufsicht", begründete Pfister die neuerliche Abfrage, die im Vergleich zur letzten Prüfung weit umfangreicher ausfallen soll.

In seiner Funktion als Kartellbehörde macht das Wirtschaftsministerium mit der jetzigen Abfrage erstmalig von einer seit Sommer 2005 existierenden Möglichkeit im Rahmen des so genannten Enqueterechts Gebrauch. Denn im Gegensatz zur letzten Untersuchung beziehe sich die Gaspreisabfrage diesmal nicht nur auf bestimmte Stichtage, sondern sei weit umfassender angelegt. In einem ersten Schritt will Pfister daher wissen, wie sich die Preise der Gasversorger im Land in fünf unterschiedlichen Abnahmefällen der Haushaltskunden seit 1. Oktober 2004 bis heute entwickelt haben und zukünftig bis 1. April 2007 entwickeln werden.

Daher müssen die Gasversorger bis 2007 auch jede zukünftige Gaspreiserhöhung der Kartellbehörde anzeigen. Dann wwerde über einen längeren Zeitraum hinweg und mengenmäßig jahreszeitlich gewichtet eine Vergleichsmarktbetrachtung angestellt. Können teure Gasversorger ihre Preise nicht ausreichend rechtfertigen, müssten sie ihre Preise senken. "Die bisher durchgeführten stichtagsbezogenen Gaspreisabfragen reichen mir nicht aus, da sich oftmals bis zur abschließenden Auswertung der Stichtagsergebnisse die Preise wieder verändert haben", erläuterte Pfister. Er ist sich sicher, dass den Unternehmen dadurch keine neuen Kosten entstehen.