Verzögerung unangebracht

Baden-Württemberg: Neue Standortsuche für Endlager überflüssig

Das Land Baden-Württemberg hat die Bundesregierung aufgefordert, die Erkundung des Endlagerstandorts Gorleben unverzüglich wieder aufzunehmen. Alle bisherigen Erkenntnisse wiesen auf eine Eignung des Salzstocks hin.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die Landesregierung hält die Absicht der Bundesregierung, in Deutschland eine neue Standortsuche für ein Endlager für radioaktive Abfälle zu beginnen, für überflüssig. Die bisherigen Erkenntnisse weisen auf die Eignung des Salzstocks Gorleben als Endlager für alle Arten radioaktiver Abfälle hin. Mit einem neuen Verfahren wird nur die geordnete Endlagerung weiter verzögert", erklärte gestern der baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsminister Ulrich Müller.

Die vom Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) derzeit in den Ländern durchgeführten Informationsveranstaltungen würden nur dazu führen, die Bevölkerung weiter zu verunsichern. "Es gibt keinen sachlichen Grund, sich von dem einvernehmlichen Endlagerkonzept von Bund und Ländern einseitig zu verabschieden. Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, die Erkundung des Endlagerstandorts Gorleben unverzüglich wieder aufzunehmen", so Müller weiter. Es sei unter Fachleuten unstreitig, dass die ausgedehnten und mächtigen Steinsalzvorkommen in Norddeutschland mit Abstand die geeignetsten geologischen Formationen zur Aufnahme von insbesondere wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen in Deutschland sind.

Der vom Bundesumweltminister im Februar 1999 eingerichtete Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) hat die Aufgabe, ein nachvollziehbares Verfahren für die Auswahl von Standorten zur Endlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle in Deutschland zu entwickeln. Das Verfahren soll die Beteiligung der Öffentlichkeit in geeigneter Form sicherstellen und Kriterien für die Standortauswahl vorschlagen.