Schacht Konrad

Baden-Württemberg gegen "Ein-Endlager-Konzept"

Baden-Württembergs Umwelt- und Verkehrsminister Mappus forderte in dieser Woche in Stuttgart die Aufgabe des "Ein-Endlager-Konzepts". Stattdessen sollte baldmöglichst die Schachtanlage Konrad als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb genommen werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Baden-Württembergs Umwelt- und Verkehrsminister Stefan Mappus zeigte sich in dieser Woche enttäuscht von den Endlager-Politik der Bundesregierung. Sie wolle sich offenbar "mit dem Problem der Endlagerung von radioaktiven Abfällen nicht belasten", erklärte er.

Die geplante Suche nach einem neuen Endlagerstandort für alle Arten von radioaktiven Abfällen ("Ein-Endlager-Konzept") habe faktisch zu einem Stillstand bei der Endlagerstrategie geführt. So würde unter anderem das gerade von Baden-Württemberg dringend benötigte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die Schachtanlage Konrad, aufgegeben, obwohl es für den Zweck geeignet und bereits genehmigt sei. Dies sei weder ökonomisch noch unter Sicherheitsaspekten nachvollziehbar.

Mappus forderte deshalb die Aufgabe des "Ein-Endlager-Konzepts". Stattdessen sollte baldmöglichst die Schachtanlage Konrad als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb genommen und das Moratorium für die Erkundung des Salzstockes Gorleben auf seine Eignung als Endlager für hochradioaktive Abfälle aufgehoben werden. "Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Bundesregierung mit ihrer Untätigkeit und der Bearbeitung von Zweifelsfragen die Zeit bis zur nächsten Wahl überbrücken will, um dann erneut und völlig unbefangen die Unlösbarkeit der Endlagerfrage anzuprangern", fasste Mappus seine Kritik zusammen.