"Weichenstellung"

Baden-Württemberg: Fast 5 Millionen Euro für Energieprojekte

Die baden-württembergische Landesregierung hat ein Maßnahmenbündel zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz und Energieeinsparung beschlossen. Dazu gehören verschiedene Forschungsprojekte und die Erarbeitung eines energiepolitischen Gesamtkonzeptes.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - "Wir müssen eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung in der Zukunft sicherstellen. Gleichzeitig müssen weniger Treibhausgase ausgestoßen und so ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Landesregierung will deshalb den Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorantreiben und außerdem die Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz und der Energieeinsparung noch besser ausschöpfen. Mit den heute beschlossenen Maßnahmen geben wir dazu konkrete Impulse und stoßen geeignete und Erfolg versprechende Projekte an", erklärten Ministerpräsident Günther H. Oettinger (CDU), Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP), Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) und Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Peter Hauk (CDU) sowie Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) am Dienstag in Stuttgart. Nach einem Beschluss des Ministerrats sollen in den kommenden zwei Jahren insgesamt weitere 4,8 Millionen Euro in neue zukunftsweisende Projekte einer nachhaltigen Energieversorgung investiert werden. Die Projekte gehen auf Vorschläge des im Frühjahr diesen Jahres von Staats-, Wirtschaft-, Umwelt- und Wissenschaftsministerium sowie dem Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum gegründeten 'Aktionsbündnisses Energie' zurück.

Bis zum Jahr 2020 solle jede fünfte im Land erzeugte Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, unterstrich Ministerpräsident Oettinger. Derzeit liege der Anteil erneuerbarer Energien noch bei 8,5 Prozent. Durch verbesserte Energieeffizienz, rationelle Energieverwendung und Energieeinsparung solle in den kommenden zehn Jahren außerdem der Energieverbrauch im Land um 20 Prozent gesenkt werden. Der auch in Baden-Württemberg bereits jetzt spürbare Klimawandel und die wachsende Abhängigkeit von Energieimporten sei Besorgnis erregend. "Die Energieversorgung ist eine tragende Säule für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg in unserem Land. Mit dem Aktionsbündnis Energie haben wir ein Forum geschaffen, in dem die Kompetenzen zu einer Neuausrichtung der Energieversorgung gebündelt werden."

Die Landesregierung will mit mit mehreren Projekten, deren Gesamtinvestitionsvolumen bei über 25 Millionen Euro liegen, Schwerpunkte setzen. Das Leuchtturmprojekt Biomassevergasung beinhaltet die Planung, den Bau und den Betrieb einer fünf bis zehn Megawatt-Demonstrationsanlage zur energetischen Nutzung von Biomasse. Ziel eines anderen Projekts sei, die Brennstoffflexibilität der Gasturbinen so zu nutzen, dass auch Vergasungsprodukte aus Festbrennstoffen wie beispielsweise Steinkohle eingesetzt werden. Dadurch könne die Abhängigkeit von einem Energieträger wie dem Erdgas und dessen Pipelinenetz erheblich reduziert werden. Außerdem soll die Brennstoffzellentechnologie weiterentwickelt eine Wasserstoffinfrastruktur für die mobile Nutzung der Brennstoffzelle aufgebaut werden.

Mit dem ersten "Energietag Baden-Württemberg" im Herbst 2007 solle landesweit die Bedeutung der Energieeffizienz und der regenerativen Energien dargestellt werden, unterstrichen Gönner und Pfister. In möglichst vielen Gemeinden sollen private und öffentliche Projekte mit beispielhaftem Charakter vorgestellt werden. Der Energietag werde im jährlichen Turnus stattfinden.

Über die Umsetzung der genannten Projekte hinaus werde das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den anderen Ministerien bis Ende 2007 ein energiepolitisches Gesamtkonzept erarbeiten.

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