Große Wasserkraft

Baden-Württemberg begrüßt EEG-Novelle

Da in Baden-Württemberg derzeit 7,7 Prozent des verbrauchten Stroms aus Wasserkraft erzeugt werden, zeigte sich Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Döring erfreut über den Entwurf zur EEG-Novelle. Durch die Realisierung von vier großen Ausbauvorhaben am Rhein ließe sich die Stromproduktion der großen Wasserkraftanlagen weiter steigern.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident, Dr. Walter Döring, hat die Aufnahme der großen Wasserkraft in den Entwurf zur Novellierung des Gesetzes zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) ausdrücklich begrüßt: "Auch wenn über die Details noch zu reden sein wird, so freue ich mich doch, dass die Bundesregierung im Grundsatz endlich meinen seit langem erhobenen Vorschlägen zu folgen gewillt ist."

Döring: "Kurzfristig besteht insbesondere die Notwendigkeit, auch die große Wasserkraft unabhängig von einer Leistungsgrenze in die Förderung nach dem EEG einzubeziehen. In Baden-Württemberg besteht ein bedeutendes Ausbaupotenzial insbesondere am Rhein. Allein der Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden würde zu einer Verminderung des Kohlendioxid-Ausstoßes um 600 000 Tonnen pro Jahr führen. Auf Grund des harten Preiswettbewerbs auf dem Strommarkt und der zunächst hohen Investitionskosten rechnet sich jedoch der Aus- und Neubau größerer Wasserkraftwerke oft nicht mehr für die Betreiber. Deshalb ist eine Ausweitung der Förderung nach dem EEG dringend notwendig. Mit der derzeitigen Förderbegrenzung auf Wasserkraftanlagen bis zu fünf Megawatt benachteiligt das EEG die große Wasserkraft ohne sachlichen Grund.

Nach Dörings Angaben werden heute 7,7 Prozent des in Baden-Württemberg verbrauchten Stroms aus Wasserkraft erzeugt. Durch die Realisierung von vier großen Ausbauvorhaben am Rhein ließe sich die Stromproduktion der großen Wasserkraftanlagen von 3,4 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr um 1,2 Milliarden Kilowattstunden auf 4,6 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr steigern. In diesem Zusammenhang betonte Döring ausdrücklich, dass sein Plädoyer für Wasserkraft in keiner Weise gegen die Windkraft oder Photovoltaik gerichtet sei. "Mein Ziel ist es, dass erneuerbare Energien in ganz Deutschland und letztlich weltweit entsprechend den jeweiligen regionalen Voraussetzungen optimal eingesetzt werden. Was für den Norden die Windkraft, ist für den Süden die Wasserkraft. Und obgleich die Windkraft in Baden-Württemberg nicht im gleichen Umfang genutzt werden kann wie im Norden Deutschlands, und die Photovoltaik nicht im gleichen Umfang wie in südlichen Gefilden der Welt, sind beide Energieträger für die heimische Industrie doch ein wichtiger Faktor. Denn Photovoltaik und Zubehör für Windkraftanlagen sind ein Exportartikel von wachsender Bedeutung."