Kleinere Anlagen

B.KWK: Stromausfälle sprechen für dezentrale Stromerzeugung

Bei der Diskussion um die künftige Ausgestaltung des Energiesystems müsse neben dem Aspekt der deutlich besseren Umweltverträglichkeit von KWK-Anlagen auch die höhere Versorgungssicherheit berücksichtigt werden. Darauf wies der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung in Zusammenhang mit den Stromausfällen in Amerika, Skandinavien und Italien hin.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Mit einer dezentralen Stromversorgung durch Tausende kleiner Heizkraftwerke wären großflächige Stromausfälle, wie sie in den letzten Wochen in Amerika, Skandinavien und Italien auftraten, kaum denkbar. Darauf hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) gestern in Berlin hingewiesen.

Die Serie von Blackouts stelle einen wesentlichen Schwachpunkt der derzeitigen Versorgungssysteme bloß, machte der Verband deutlich. Auch wenn die technischen Ursachen im Einzelnen noch nicht geklärt seien, so zeige sich hier doch ein Grundsatzproblem zentraler Stromerzeugung in großen Kraftwerken: Ihre bedenkliche Empfindlichkeit gegen technische Störungen durch Wetterkatastrophen, Sabotage oder terroristische Anschläge. Unter ungünstigen Umständen könne bereits der außerplanmäßige Ausfall eines einzigen Großkraftwerks oder einer Höchstspannungsleitung in einer Kettenreaktion eine ganze Region oder unter Umständen sogar ein komplettes Land in Finsternis und Chaos stürzen.

Dezentrale Anlagen zur gekoppelten Erzeugung von Strom- und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung) wirken hier nach Aussage von Verbandspräsident Johannes van Bergen wie Stabilisatoren. Je mehr es davon gebe, um so robuster werde das Gesamtsystem, um so sicherer die Versorgung. Außerdem eignen sich viele dezentrale KWK-Anlagen auch für eine Notstromversorgung, durch die selbst bei einem Totalausfall des Netzes in dem jeweiligen Gebäude die Stromversorgung aufrechterhalten bleibe. Bei der Diskussion um die künftige Ausgestaltung des Energiesystems müsse neben dem Aspekt der deutlich besseren Umweltverträglichkeit von KWK-Anlagen auch die höhere Versorgungssicherheit berücksichtigt werden.

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