Forderung

B.KWK: Mehr als die Hälfte des Stroms durch KWK erzeugen

Eine konsequente Nutzung der bisher größtenteils noch ungenutzten Potenziale zur gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) auf seiner Jahrestagung in Berlin gefordert. Dies erfordere allerdings ein Umdenken in der Energiewirtschaft.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Verbandspräsident Johannes van Bergensagte: "Die derzeit bestehenden Pläne zum Ersatz alter Kraftwerke durch 30 bis 40 Gigawatt an neuen herkömmlichen Kraftwerken sind mit den Plänen der Bundesregierung zum Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung unvereinbar. Das Ziel, die Energieeffizienz in Deutschland bis 2020 jährlich um drei Prozent zu steigern, würde unerreichbar. Es ist daher paradox, wenn die Stromkonzerne von der Politik zur Realisierung dieser Investitionen gedrängt werden."

Auf der Tagung wurden die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Bremer Energieinstituts und des Deutschen Instituts für Luft und Raumfahrt im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums präsentiert, wonach das wirtschaftlich umsetzbare Potenzial der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bei mindestens 57 Prozent der gesamten Stromerzeugung in Deutschland liegt. Dieser Anteil liege derzeit bei etwa 12 Prozent. Die installierte elektrische Leistung von KWK-Anlagen, derzeit etwa 21 Gigawatt, könnte nach der Studie bis 2020 verdreifacht werden. Dass ein derart schneller Ausbau durchaus realistisch sei, zeigten Beispiele anderer europäischer Länder wie Dänemark, Niederlande und Finnland.

Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es, so die Forderung des Verbandes, als erstem Schritt einer umgehenden, anspruchsvollen Novellierung des KWK-Gesetzes.

Hingegen sei die Errichtung der derzeit geplanten über 30 Gigawatt an neuen konventionellen Kraftwerken mit dem Ziel einer weitgehenden Nutzung der KWK-Potenziale unvereinbar. Der Neubau neuer konventioneller Kraftwerkskapazitäten sei aus energiewirtschaftlichen Gründen nicht erforderlich. Der künftige Bedarf an elektrischem Strom und Erzeugungskapazitäten einschließlich Regelenergie könne komplett durch einen Ausbau der KWK mit fossilen und zunehmend biogenen Brennstoffen in Verbindung mit anderen erneuerbaren Energien sowie der Entwicklung eines intelligenten Zusammenspiels zwischen Energieverbrauchern, Energieerzeugern und Netzbetreibern erreicht werden.

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