Avacon erfolgreich gestartet

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Bei der Vorlage der Bilanz der Avacon AG am Sitz des Unternehmens in Helmstedt zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Teyssen mit dem Ergebnis des ersten Geschäftsjahres zufrieden. Teyssen sagte: "Wir haben es geschafft, alle Kosten, die mit der Fusionsvorbereitung und dem Aufbau des neuen Unternehmens verbunden waren, in voller Höhe im Jahresabschluss 1999 abzubilden. Dies führte zwar zu einer erheblichen einmaligen Belastung in einer Größenordnung von immerhin 160 Millionen DM, macht Avacon ab dem Geschäftsjahr 2000 allerdings frei von diesen Kosten und Lasten." Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag mit 202,6 Millionen DM um 43,0 Millionen DM oder 17,5 Prozent unter dem rechnerischen Vorjahreswert. Da den Fusionskosten auch steuerentlastende Effekte gegenüberstanden, kann Avacon nach Steuern einen Jahresüberschuss ausweisen, der mit 157,9 Millionen DM das Vorjahresergebnis sogar leicht um 2,3 Prozent übersteigt.


Trotz intensiver Aktivitäten von Wettbewerbern insbesondere im Strommarkt konnte Avacon 12.000 neue Stromkunden gewinnen. Dies ist ein Vielfaches der Kundenverluste an konkurrierende Unternehmen. Vertriebsvorstand Dr. Klaus Deparade erklärte: "Es gelang uns vor allem deshalb, die gute Position am Markt zu sichern, weil wir aufgrund besserer Bezugskonditionen bei unseren Strom-Vorlieferanten PreussenElektra und VEAG unseren über 1,1 Millionen Kunden jederzeit markt- und wettbewerbsgerechte Preise anbieten konnten." Beim Absatz von Strom und Gas machte sich die insgesamt deutlich wärmere Witterung in 1999 bemerkbar. Nachdem das Jahr 1999 erhebliche Preisrückgänge für die Stromproduzenten brachte, erwartet Avacon für das Jahr 2000 einen verstärkten Druck auf die Preise der Verteilerunternehmen, zu denen Avacon zählt. Deparade vermied eine vorschnelle Bewertung: "Erst ab diesem Jahr wird sich zeigen, wie erfolgreich die unterschiedlichen Vertriebskonzepte der Wettbewerber wirklich sind."


Neben dem Wachstum aus dem vorhandenen Geschäft heraus, vor allem im Geschäftsfeld Gas, will Avacon auch durch die intensive Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen wachsen. Dies soll geschehen, indem man beispielsweise das Energie- und Wassergeschäft Anderer übernimmt, Gemeinschaftsunternehmen gründet oder strategische Minderheitsbeteiligungen erwirbt. Einer dieser Bausteine ist die Übernahme der Energie- und Wassersparte von den Stadtwerken Celle, die am Vortag der Bilanzpressekonferenz von der Hauptversammlung beschlossen wurde. Einen anderen Baustein bilden die Stadtwerke Helmstedt, die Avacon gegen Barkauf komplett übernehmen wird.


Avacon entstand aus dem Zusammenschluss der vier regionalen Energiegesellschaften EVM, HASTRA, LANDESGAS und ÜZH sowie des operativen Geschäfts der FSG. Zwar erfolgte der Eintrag ins Handelsregister am 20. August 1999, jedoch wurde die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 1999 wirksam. So konnte Avacon als der größte regionale Energiedienstleister Deutschlands bereits für das zurückliegende Jahr einen kompletten Jahresabschluss vorlegen.