Klage von Anwohnern abgewiesen

Autobahn wird verlegt: A4 macht Platz für Braunkohletagebau

Die A4 kann im Rheinland zwischen Kerpen und Düren verlegt werden, um dem Braunkohletagebau Platz zu machen. Das Bundesverwaltungsgericht wies am Mittwoch mehrere Klagen von Anwohnern sowie des Naturschutzverbandes BUND ab. Dieser kritisierte die Entscheidungen als "Fehlurteil zu Lasten von Mensch und Natur".

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Leipzig (afp/red) - Bei ihren Klagen hatten Anwohner eine unzumutbare Belastung mit Lärm und Abgasen durch eine Verlegung geltend gemacht. Der BUND sieht durch die Autobahn das europarechtlich ausgewiesene Naturschutzgebiet "Dickbusch, Lörsfelder Busch, Steinheide" gefährdet. Zumindest seien weitere Ausgleichsmaßnahmen für die in dem betroffenen Eichen-Hainbuchenwald lebende Bechsteinfledermaus notwendig.

Das in erster und letzter Instanz zuständige Bundesverwaltungsgericht hatte den Streit im April verhandelt und wies die Klagen nun ab. Die Straßenbehörden habe die neue, weiter südlich verlaufende Trasse rechtlich fehlerfrei geprüft und ausgewählt. Zwar werde das Schutzgebiet erheblich beeinträchtigt, dennoch würden der Artenschutz und die Rechte der Anwohner "nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt".

Mit der Verlegung der Autobahn soll der Braunkohletagebau Hambach mittelfristig gesichert werden. Die Kohlebagger arbeiten sich dort vom Norden her an die Autobahn heran und würden die derzeitige Trasse voraussichtlich 2017 erreichen. Die neue Trasse soll weiter südlich und sechsspurig parallel zur Eisenbahn verlaufen.