Kohle-Engpass

Australien: Flut könnte sich auf Strompreise auswirken

Das Hochwasser in Australien hat zur Folge, dass Rohstoffpreise anziehen. Durch den Ausfall zahlreicher Kohlebergwerke zeichnet sich eine Verteuerung der Stahlpreise bereits ab. Auch die Strompreise könnten indirekt betroffen sein, wie der Stromanbieter E.ON befürchtet.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Queensland (red) - Die Überschwemmungen in Australien haben auch Einfluss auf die internationale Wirtschaft. Da zahlreiche Ernten vernichtet wurden, sind beispielsweise die Zuckerpreise so hoch wie seit langem nicht mehr. Einem Bericht der Tagesschau zufolge liegen zudem drei Viertel der Kohlebergwerke in Queensland mittlerweile still. Queensland ist einer der wichtigsten Exporteure von Kokskohle, die unter anderem zur Stahlerzeugung benötigt wird.

Eine Erhöhung der Stahlpreise zeichnet sich bereits ab. Der Stahlhersteller ThyssenKrupp erwartet höhere Kosten und kündigt bereits an, diese an Kunden weitergeben zu wollen. Die Beschaffungskosten seien mit rund 80 Prozent der größte Kostenfaktor bei der Produktion.

Die Auswirkungen auf den Strommarkt

Da die Kokskohle vorzugsweise in der Stahlproduktion eingesetzt wird, ist wahrscheinlich keine direkte Auswirkung auf die Strompreise zu befürchten. Allerdings könnte es indirekt zu einer Teuerung kommen. Asiatische Länder, die hautpsächlich australische Kohle beziehen, dürften sich bei längeren Lieferengpässen nach anderen Lieferanten umschauen. Wenn diese, wie beispielsweise Russland, auch europäische Länder beliefern, könnte das nach Befürchtungen eines E.ON-Sprechers die preise für Kesselkohle und damit auch die Strompreise nach oben treiben.