Manipulationsvorwürfe

Austermann: "Strombörse ein unzulässiges Kartell"

Nach Vorwürfen an deutsche Energiekonzerne über die Manipulation von Strompreisen fordert Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Austermann ein schnelles Eingreifen der Politik. Er will mit einer Bundesratsinitiative für mehr Transparenz und Wettbewerb an der Leipziger Strombörse sorgen.

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Hannover (ddp/sm) - "Ich halte die Strombörse für ein unzulässiges Kartell", sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". "Alles deutet darauf hin, dass der eine oder andere Anbieter die Preise an der Börse bewusst in die Höhe treibt", kritisiert Austermann. Die Politik müsse nun schnell eingreifen.

Der Minister kündigte eine Bundesratsinitiative an, um Voraussetzungen für mehr Transparenz und Wettbewerb an der Strombörse zu schaffen. "Preistreiberei an der Strombörse muss durch hohe Steuern belastet und nach Möglichkeit unterbunden werden", fordert Austermann.

Führende Vertreter der Leipziger Strombörse EEX wollen sich heute zu den am Wochenende laut gewordenen Missbrauchsvorwürfen äußern. Die Vorstände Hans-Bernd Menzel und Maik Neubauer werden zu den "jüngsten Angriffen gegen die EEX Stellung nehmen", kündigte die Strombörse gestern an.