England

Ausschreitungen und Festnahmen bei Protesten gegen E.ON-Kraftwerk

Bei heftigen Protesten gegen ein vom deutschen Energiekonzern E.ON betriebenes Kohlekraftwerk nahe Nottingham (Großbritannien) sind am Wochenende zahlreiche Demonstranten festgenommen worden. Drei Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt.

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Düsseldorf (afp/red) - Nach Angaben der Polizei beteiligten sich an den Demonstrationen gegen die Anlage in Ratcliffe-on-Soar bei Nottingham am Samstag rund tausend Umweltaktivisten, für Sonntag lag zunächst keine gesicherte Zahl vor. 52 Demonstranten wurden am Samstag festgenommen, weitere Festnahmen gab es am Sonntag. Die Polizei hatte die Zahl der Festgenommenen am Samstag zunächst mit 80 angegeben.

Wiederholt versuchten Gruppen von Demonstranten nach Angaben der Polizei, auf das Kraftwerksgelände vorzudringen, um das sich die Beamten postiert hatten. Ein Polizist erlitt bei den Auseinandersetzungen am Samstag demnach eine Kopfverletzung, konnte aber wie seine Kollegen das Krankenhaus noch am Abend wieder verlassen. Am Sonntag versuchten Demonstranten erneut, Drahtzäune niederzureißen. Eine "kleine Zahl" von ihnen sei daraufhin festgenommen worden, hieß es.

"Wir wollen an diesem Wochenende die Kontrolle über Ratcliffe übernehmen, denn es ist Zeit, sich eine Zukunft ohne Kohle vorzustellen", sagte die Sprecherin der Organisation Camp for Climate Action, Kate Walker.

Eine Sprecherin des E.ON-Konzerns in Großbritannien, Emily Highmore, bezeichnete das Verhalten der Demonstranten als "unglaublich unverantwortlich". E.ON sei dabei, drei seiner mit Öl und Kohle betriebenen Kraftwerke in Großbritannien zu schließen. Der Konzern investiere in erneuerbare Energien, müsse aber auch die zwei Millionen von Ratcliffe mit Strom belieferten Menschen weiter versorgen. Die Anlage zählt zu den größten Kohlekraftwerken in Großbritannien.