Auslegungsfrist zu den Interimslagern in Neckarwestheim und Philippsburg beendet

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com
Am 18. August endete die Frist für die öffentliche Auslegung von Unterlagen zum Bau und Betrieb von sogenannten Interims-Lagern in Neckarwestheim und Philippsburg. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Einwendungen gegen die Vorhaben bei der Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), erhoben werden. Nach Sichtung der Einwendungen ergibt sich folgendes Bild: Gegen das Vorhaben in Neckarwestheim haben 4122 Personen Einwendungen erhoben, in Philippsburg waren es 5219. Dabei gab es in Neckarwestheim 81 und in Philippsburg 95 formal jeweils unterschiedliche Einwendungen. Die Einwender haben ihre Einwendungen in Form von Unterschriftenlisten als Sammeleinwendungen oder in Form von Einzeleinwendungen erhoben.


Im Dezember 1999 hatten sowohl die Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar GmbH (GKN) als auch die EnBW Kraftwerke AG beim BfS entsprechende Anträge für die Aufbewahrung ausgedienter Brennelemente in Interims-Lagern gestellt. Beantragt wurden Lagerung von jeweils 24 Transport- und Lagerbehältern der Bauart CASTOR V/19 bzw. CASTOR V/52, die mit mobilen Umhausungen aus Fertigbetonteilen versehen werden. Vom 19. Juni bis 18. August wurden die Unterlagen sowohl in Philippsburg als auch in Gemmrigheim und beim Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter öffentlich ausgelegt. Erstmals wurden Antrag, Kurzbeschreibung, Sicherheitsbericht und Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Internet eingestellt. Die vorgebrachten Einwendungen werden vom BfS erfasst, dokumentiert und inhaltlichen Schwerpunkten zugeordnet. Das BfS beabsichtigt, ab dem 5. Oktober in Neckarwestheim und ab dem 2. November in Philippsburg jeweils Erörterungstermine zu den Vorhaben durchzuführen. Auf den Erörterungsterminen können die schriftlich erhobenen Einwendungen mündlich vertieft und substantiiert dargelegt werden. Ort und Zeitplan der Erörterungstermine werden rechtzeitig sowohl in der regionalen Presse als auch im Bundesanzeiger bekannt gegeben.


In Interims-Lagern sollen ausgediente Brennelemente von Atomkraftwerken so lange sicher aufbewahrt werden, bis dezentrale Standort-Zwischenlager dafür zur Verfügung stehen. Dezentrale Standort-Zwischenlager sind für einen Zeitraum bis zur endgültigen Verbringung ausgedienter Brennelemente in einem Endlager im tiefen geologischen Untergrund vorgesehen. Dieser Weg der "direkten Endlagerung" soll die Anzahl der Transporte von Kernbrennstoffen in die Wiederaufarbeitungsanlagen Großbritanniens und Frankreichs ebenso minimieren wie Transporte hochaktiver Kernbrennstoff-Abfälle in die zentralen Zwischenlager Ahaus und Gorleben.