Vergütungsregeln

Ausgleichszahlungen fürs Stromabschalten geplant

Industriebetriebe mit großem Energieverbrauch sollen künftig einen fest geregelten Ausgleich für Stromabschaltungen erhalten. Berlin erarbeitet derzeit eine Verordnung, die vorschreibt, betroffene Unternehmen mit einer fixen Summe dafür zu vergüten, dass sie auf Geheiß ihres Übertragungsnetzbetreibers innerhalb kürzester Zeit vom Netz gehen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - So hieß es am Dienstag aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Bisher sind solche Zwangsabschaltungen zwar auch schon möglich, es gibt allerdings noch keine festen Regelungen zu Ausgleichszahlungen.

Strom abschalten zugunsten der Netzstabilität

Betroffen sind den Angaben zufolge nur Unternehmen, die "exorbitant" viel Strom verbrauchen, zum Teil in der Größenordnung einer mittelgroßen Stadt. Das seien vornehmlich Betriebe der Chemieindustrie, Aluminium- und Zinkhütten sowie in geringerem Umfang auch Anlagen aus der Papier- und Glasherstellung, heißt es weiter aus den Kreisen des Ministeriums.

Stabilität der Netze wird immer wichtiger

Kurzfristige Abschaltungen großer Stromverbraucher tragen im Notfall zur Stabilisierung der Stromnetze bei. Das kann beispielsweise notwendig werden, um starke Ungleichgewichte innerhalb der Netze auszugleichen. Seit der Abschaltung von sieben Atomkraftwerken in Deutschland müssen die Übertragungsnetzbetreiber eigenen Angaben zufolge deutlich häufiger regulierend in die Stromversorgung eingreifen. Zur Zwangsabschaltung eines Großunternehmens kam es laut Bundesnetzagentur bisher aber noch nicht.

Quelle: AFP