Strom-News
VergütungsregelnIndustriebetriebe mit großem Energieverbrauch sollen künftig einen fest geregelten Ausgleich für Stromabschaltungen erhalten. Berlin erarbeitet derzeit eine Verordnung, die vorschreibt, betroffene Unternehmen mit einer fixen Summe dafür zu vergüten, dass sie auf Geheiß ihres Übertragungsnetzbetreibers innerhalb kürzester Zeit vom Netz gehen.
Von den neuen Plänen sollen nur industrielle Extrem-Stromverbraucher betroffen sein, die sehr viel Strom benötigen.
Berlin (AFP/red) - So hieß es am Dienstag aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Bisher sind solche Zwangsabschaltungen zwar auch schon möglich, es gibt allerdings noch keine festen Regelungen zu Ausgleichszahlungen.
Betroffen sind den Angaben zufolge nur Unternehmen, die "exorbitant" viel Strom verbrauchen, zum Teil in der Größenordnung einer mittelgroßen Stadt. Das seien vornehmlich Betriebe der Chemieindustrie, Aluminium- und Zinkhütten sowie in geringerem Umfang auch Anlagen aus der Papier- und Glasherstellung, heißt es weiter aus den Kreisen des Ministeriums.
Kurzfristige Abschaltungen großer Stromverbraucher tragen im Notfall zur Stabilisierung der Stromnetze bei. Das kann beispielsweise notwendig werden, um starke Ungleichgewichte innerhalb der Netze auszugleichen. Seit der Abschaltung von sieben Atomkraftwerken in Deutschland müssen die Übertragungsnetzbetreiber eigenen Angaben zufolge deutlich häufiger regulierend in die Stromversorgung eingreifen. Zur Zwangsabschaltung eines Großunternehmens kam es laut Bundesnetzagentur bisher aber noch nicht.
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Fritz-Peter Metting aus Bünde und ein Ehepaar aus Schloß Holte-Stukenbrock warten seit 2010 auf ihre Stromrechnung. Trotz mehrfacher Nachfrage beim Versorger E.on will dieser das Geld nicht haben. Beide Parteien freuen sich nicht über diesen Zustand, denn sie wissen, dass sie den verbrauchten Strom über kurz oder lang doch zahlen müssen.
13.600 Solarmodule sollen bis Jahresende auf dem Gelände des ehemaligen Giftgaslagers der US-Streitkräfte im westpfälzischen Clausen aufgestellt werden. Die Anlage werde in Zukunft jährlich drei Megawatt Strom erzeugen, mit dem 600 Haushalte versorgt werden könnten.
Die deutschen Netzbetreiber haben 2011 häufiger in die Stromproduktion eingreifen müssen, um die Stabilität der Stromversorgung zu gewährleisten. Anfang Dezember musste gar auf ein altes Ölkraftwerk aus Österreich zurückgegriffen werden. Der österreichische Strom sollte einen Engpass im Süden ausgleichen, ohne dass die Verbindung mit dem Norden überlastet wird.
Der Plan Polens, Ökostrom aus Deutschland stärker zu regulieren, alarmiert deutsche Energieexperten. "Wenn überschüssiger Wind- und Solarstrom nicht mehr ins Ausland abgeführt werden kann, dann wird das deutsche Stromnetz instabiler", sagte der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler, dem "Spiegel".
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