Energiewende

Ausbautempo bei Erneuerbaren wird halbiert

Eine aktuelle Studie des FÖS zeigt, dass das Ausbautempo für erneuerbare Energien im Zusammenhang mit den Plänen der neuen Koalition in Zukunft deutlich zurück gehen könnte. Im Vergleich zu vorhergehenden Zielen hätte sich der Trend mehr als halbiert. Die Studie errechnete dabei kaum Einsparungen für Privathaushalte.

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Berlin (red) - Für erneuerbare Energien sieht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung einen Anteil von 40 bis 45 Prozent bis 2025 und einen Anteil von 55 bis 60 Prozent bis 2035 vor. Diese Ausbauziele liegen deutlich unter dem Tempo der letzten Jahre. "Wird der Ausbau erneuerbarer Energien auf das von der Bundesregierung vorgesehene Maß begrenzt, muss er gegenüber dem Trend 2010 - 2012 also mehr als halbiert werden", so eines der Ergebnisse einer Studie des Forums für Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

In einer Kurzanalyse im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wird dargestellt, wie die geplante Zunahme der Strommenge aus den Erneuerbaren 2010 bis 2012 noch einen Wert von 19 TWh pro Jahr zuließ, während bei derzeitiger Zuwachsrate nun sieben TWh pro Jahr das Maximum sind. Auch 2005 bis 2011 war der Ausbautrend mit elf TWh deutlich höher angesetzt als es im neuen Koalitionsvertrag vorgesehen ist.

Kaum finanzielle Entlastung für Verbraucher

Der verlangsamte Ausbau bringt hinsichtlich der EEG-Umlage allerdings kaum finanzielle Entlastung. So sind es laut Studie nur 50 Cent, die ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 kWh pro Jahr 2015 aufgrund der aktuellen Ausbauziele einsparen könnte. Für die Weiterverfolgung des vergleichsweise hoch angesetzten Trends von 2010-2012 würde sich die EEG-Umlage 2015 um nur 0,7 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Im Zuge der Koalitionsverhandlungen hatte sich das Ziel der SPD von 75 Prozent bis 2035 nicht durchsetzen können.