Nord- und Ostsee

Ausbau von Windparks auf hoher See beschlossen

Die Bundesregierung treibt den Ausbau der Windenergie auf dem Meer voran. Das Bundeskabinett verabschiedete heute einen Plan, mit dem Flächen in der Nordsee für den Bau von Windrädern ausgewiesen werden. Ein entsprechender Plan für die Ostsee soll demnächst verabschiedet werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/ddp/red) - "Atomstrom ist nicht mehr zeitgemäß. Wir setzen auf moderne, zukunftsgerichtete und umweltfreundliche Alternativen", sagte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Bei den Plänen, den Anteil regenerativer Energien an der Stromversorgung bis 2020 schrittweise auf 30 Prozent zu erhöhen, spielten Windparks eine entscheidende Rolle.

Offshore-Windparks in der ausschließlichen Wirtschaftszone

Mit dem Plan zur Raumordnung soll der Bau von Windrädern in der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) erleichtert werden. In dieser Zone zwischen zwölf und 200 Kilometern vor seiner Küste muss ein Staat stärker als in Küstennähe die Belange der internationalen Schifffahrt berücksichtigen. Laut dem Bundesbauministerium kommt in diesen Regionen auch häufiger zu Konflikten mit den Umweltschutz auf dem Meer. Der nun beschlossene Plan soll demnach erlauben, schon in einer frühen Planungsphase die Belange von Energiekonzernen, Umweltschützern und Schifffahrt aufeinander abzustimmen.

Derzeit sind nach Ministeriumsangaben 25 Windparks, davon 22 in der Nordsee, genehmigt. 15 weitere Offshore-Anlage seien bereits beantragt. Bis 2030 solle die Leistung der aktuell genehmigten Windparks von 12.000 Megawatt auf 25.000 Megawatt mehr als verdoppelt werden. Erster Strom wird seit Mitte August bereits von einem Offshore-Windpark nördlich von Borkum geliefert.

25 Prozent Wind am Strommix möglich

Der Bundesverband WindEnergie bezeichnete den Raumordnungsplan als "ein weiteres positives Signal für den Beginn der Windenergie auf hoher See". Er bringe nun Investitions- und Planungssicherheit für die Offshoreindustrie, sagte der Verbandspräsident Hermann Albers.

Bis 2020 erwartet der Verband 10.000 Megawatt installierter Leistung in Nord- und Ostsee. Zusammen mit dann 45.000 Megawatt installierter Leistung an Land werde der Anteil der Windenergie am gesamten Stromverbrauch von derzeit 7 auf dann mehr als 25 Prozent steigen. Unter Berufung auf eine Studie des europäischen Windenergieverbands EWEA verwies der Verband darauf, dass Deutschland im europäischen Vergleich auf hoher See in den kommenden zehn Jahren etwa ein Viertel der insgesamt installierten Leistung stellen werde.

Quelle: AFP