Studie

Ausbau der Kohlenenergie gefährdet Klimaschutzziele

Die Pläne der Energiewirtschaft zum Ausbau von Kohlekraftwerken gefährden offenbar Deutschlands Klimaschutzziele. Um die geplanten Klimaziele zu erreichen, müsse beim Kraftwerksneubau auf Gas statt Kohle gesetzt werden. Darüber hinaus müssten die Bürger ihren Stromverbrauch senken.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Zu diesem Ergebnis kommt nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" eine von Bundesumweltminister Gabriel in Auftrag gegebene "Leitstudie 2008".

Die Forscher vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik hielten das Regierungsziel, bis 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken und bis 2050 sogar um 80 Prozent, zwar für erreichbar. Unerlässlich sei aber, dass der Stromverbrauch pro Kopf um sechs bis neun Prozent sinke und beim Neubau fossiler Kraftwerke auf Gas statt Kohle gesetzt werde.

Sonst könnten "die CO2-Emissionen bis 2020 nur um rund 25 Prozent reduziert werden". Von den 28 Gigawatt fossiler Altkraftwerke, die bis 2020 stillgelegt werden, dürften höchstens 10 Gigawatt mit Kohle ersetzt werden. Das entspreche laut einem Vermerk des Gabriel-Ressorts der Leistung der neuen Kohlekraftwerke, die bereits im Bau oder in konkreter Planung sind. Darüber hinausgehende Pläne der Energiekonzerne würden demnach das Klimaziel gefährden.