Innovativ

Aus Mondlicht Energie gewinnen

Ein deutsches Start-up-Unternehmen könnte die Stromerzeugung aus Licht revolutionieren. Die kugelförmigen Kollektoren der Firma Rawlemon sind in der Lage, auch aus kleinsten Lichtmengen Energie zu gewinnen, sogar wenn nur noch der Mond am Himmel steht.

Solarenergie© Thomas Otto / Fotolia.com

Barcelona (red) – Es kommt einem beinahe vor wie aus einrm futuristischer Roman, doch die Technik zur Stromerzeugung ist bereits Realität. Der deutsche Architekt und Start-Up-Chef André Brößel entwirft mit seiner Firma Rawlemon Sonnenkollektoren, die Licht so effektiv bündeln sollen, dass sie sogar bei bewölktem Himmel oder Mondschein elektrische Energie erzeugen.

Effizient und schick

Die Kollektoren-Kugeln sind mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt, die, vergleichbar mit einer Linse, Licht sammelt, berichtet die Welt. Photovoltaik-Zellen und kleine Generatoren wandeln die Energie dann in Strom um. Das Licht wird dabei je nach Größe der Kugel um bis zu 20.000-mal verstärkt, wenn es im Brennpunkt eintrifft. Diese Art der Kollektoren könnte sich gerade in Deutschland bezahlt machen, wo der Lichteinfall zur Hälfte aus diffusem Licht besteht. Gleichzeitig sollen die Module und Generatoren so beschaffen sein, dass sie sich selbst im günstigsten Winkel zur Sonne ausrichten. Außerdem seien die Kugeln effizienter als herkömmliche Solarpanels: Die Technik benötigt nur ein Viertel der Fläche, um dieselbe Menge an Energie zu erzeugen wie ein Solarmodul.

Glaskugel lädt Handys auf

Bisher sind die Futur-Kollektoren noch nicht auf dem Markt. Allerdings scheint der Schritt für das vor drei Jahren gegründete Unternehmen nicht mehr weit. Im September sollen die Kollektoren erst einmal im Kleinformat in den Handel kommen: Die Solarladegeräte "Beta.ey" dienen zum Laden von Mobiltelefonen. Ein zweites Produkt, "Beta.ray", welches bisher nur als Prototyp besteht, ist etwa zwei Meter hoch und könnte genügend Energie erzeugen, um ein Elektroauto aufzuladen.

Gebäude versorgen sich selbst

Die Pläne des Architekten sehen aber noch Größeres vor: "Ich möchte die Rawlemon-Technik so weiterentwickeln, dass sie in große Fensterfronten eingebaut werden kann, etwa in Bürogebäuden", sagte er der "Welt". "Ein damit ausgerüstetes Gebäude würde mehr Energie erzeugen, als es selbst verbraucht." Die Produktion in Serie könnte sich Brößel in vier bis fünf Jahren vorstellen.