Schulterschluss

Aus envia und MEAG wird "enviaM"

Es ist beschlossene Sache: Die envia Energie Sachsen Brandenburg AG und die Mitteldeutsche Energieversorgung AG (MEAG) fusionieren zum größten regionalen Versorgungsunternehmen in Ostdeutschland. Das neue Multi-Utility-Unternehmen trägt den Namen "enviaM" und soll spätestens bis Ende Juli seine Arbeit für 1,6 Millionen Kunden aufnehmen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Die Aktionäre der Chemnitzer envia Energie Sachsen Brandenburg AG (envia) sowie der in Halle ansässigen Mitteldeutschen Energieversorgung AG (MEAG) haben heute der Fusion beider Gesellschaften zugestimmt. Das neue Unternehmen trägt den Namen "envia Mitteldeutsche Energie AG, kurz: enviaM. Damit entsteht der größte regionale Energiedienstleister in Ostdeutschland. enviaM wird mit der Eintragung der Fusion in das Handelsregister operativ tätig; voraussichtlich wird dies Mitte bis Ende Juli der Fall sein.

RWE Plus AG hält 61 Prozent

Die RWE Plus AG als Führungsgesellschaft für Strom und energienahe Dienstleistungen im RWE-Konzern ist mit etwa 61 Prozent an dem fusionierten Unternehmen beteiligt. Rund 35 Prozent der Anteile halten kommunale Anteilseigner aus den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Strom, Wärme, Wasser und mehr...

Kerngeschäftsfelder der neu gegründeten Gesellschaft enviaM sind Strom, Wärme, Wasser, Telekommunikation und energienahe Dienstleistungen. Als Multi-Utility-Unternehmen wird enviaM ihre Produkte und Dienstleistungen den 1,6 Millionen Kunden aus den Segmenten Industrie, Gewerbe, Handel/Dienstleistungen, öffentliche Einrichtungen, weiterverteilende Energieversorger sowie privaten Haushalten anbieten.

4600 Mitarbeiter, 1,8 Milliarden Euro Umsatz

Die neue Gesellschaft wird mit circa 4600 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erwirtschaften und annähernd 20 Milliarden Kilowattstunden Strom verkaufen - das entspricht etwa einem Viertel des Strombedarfs in Ostdeutschland. Wertschöpfung und Wirtschaftskraft der Region werden durch das neue Unternehmen gestärkt. Das Netzgebiet von enviaM erstreckt sich über 27.000 Quadratkilometer.

Standorte bleiben erhalten

Das neue Unternehmen will seine Position als Marktführer in Ostdeutschland konsequent ausbauen, wie beide Seiten heute betonten. Durch ein "ausgewogenes Standortkonzept" würden die Interessen aller Beteiligten in Einklang mit betriebswirtschaftlichen Erfordernissen gebracht. Chemnitz wird der Sitz von enviaM mit Servicefunktionen sowie dem Vertrieb. In Halle wird die Hauptdirektion mit den Netzfunktionen und dem zuständigen Vorstand angesiedelt sein. Darüber hinaus wird dort der Bereich Wärme/Erzeugung konzentriert.

Cottbus wird Standort für das Call- und Billingcenter sowie für die Telekommunikationstochter des Unternehmens. In Markkleeberg werden Vertriebs- und Netzfunktionen installiert. Mit der Regionalität und dem Erhalt der Standorte konnten wesentliche Forderungen der kommunalen Anteilseigner erfüllt werden, wie es hieß.