Anhörungen haben begonnen

Auftakt im Genehmigungs-Marathon für Ostseepipeline

Mit dem ersten Anhörungstermin ist am Dienstag in Stralsund das behördliche Genehmigungsverfahren für die geplante deutsch-russische Ostseepipeline gestartet. Insgesamt haben 29 Kommunen, Verbände und Unternehmen schriftliche Stellungnahmen zu dem rund 5,5 Milliarden Euro kostenden Projekt eingereicht.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Stralsund (ddp-nrd/sm) - Auf dem so genannten Scopingtermin sollen Träger öffentlicher Belange ihre Einwände und Bedenken gegen die Verlegung und den Betrieb der 1.200 Kilometer langen Erdgastrasse vorbringen, sagte Christian Dahlke vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Während der nichtöffentlichen Anhörung des BSH und des Bergamtes Mecklenburg-Vorpommern sollen die Bedenkenträger ihre Erwartungen für die geplante Umweltverträglichkeitsprüfung äußern.

Ein Sprecher des künftigen Betreiberkonsortiums Nord Stream sagte, auf der Grundlage der Stellungnahmen sollen in den nächsten Monaten detaillierte Untersuchungen durchgeführt werden. Klärungsbedarf sehe er unter anderem noch in der Frage möglicher militärischer Altlasten im Trassenkorridor.

Die Behörden erwarten bereits für den Herbst eine detaillierte Studie des Antragsstellers. Ende 2008 sollen die Verlegearbeiten für die Rohrleitung beginnen. Gegen das Projekt haben unter anderem die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) und der BUND Bedenken geäußert. Neben einem internationalen Abstimmungsverfahren finden parallel zu dem deutschen Genehmigungsverfahren auch entsprechende Projektprüfungen in den Anliegerstaaten Russland, Finnland, Schweden und Dänemark statt.