RWE will Klagen

Auch zweiter Antrag auf Verlängerung für Biblis A abgelehnt (Upd.)

RWE ist mit einem weiteren Versuch, die Laufzeit des südhessischen Atomkraftwerks Biblis A zu verlängern, gescheitert. RWE wollte Kapazitäten des Kraftwerks Emsland auf Biblis A übertragen, was an unterschiedlichen Sicherheitsreserven scheiterte.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Biblis (ddp/sm) - Das Bundesumweltministerium lehnte am Montag einen Antrag von RWE ab, Strommengen des Atomkraftwerks Emsland auf Biblis A zu übertragen. Zur Begründung verwies Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) darauf, dass Biblis A über weniger Sicherheitsreserven verfüge als das modernere Kraftwerk Emsland.

Emsland ist das zweitjüngste deutsche Atomkraftwerk, Biblis A hingegen das älteste noch Strom produzierende. Der südhessische Meiler wurde im August 1974 offiziell in Betrieb genommen und hat seitdem immer wieder durch Pannen und mängelbedingte Stillstände Schlagzeilen gemacht. Nach Ansicht von Kritikern ist Biblis A einer der unsichersten Atomreaktoren in Deutschland.

Im Mai vergangenen Jahres lehnte das Bundesumweltministerium bereits einen ersten Antrag von RWE ab, Reststrommengen vom stillgelegten Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich auf Biblis A zu übertragen. RWE zog daraufhin vor Gericht, scheiterte jedoch zunächst. Jetzt soll sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Klage befassen.

Gegen die Entscheidung zur Strommengenübertragung vom AKW Emsland erwägt der Konzern ebenfalls zu klagen. Wenn sich bei der Prüfung des Ablehnungsbescheids keine neuen Erkenntnisse ergäben, werde man Rechtsmittel einlegen, sagte der Sprecher der Biblis-Betreiberfirma RWE Power, Lothar Lambertz.

Lambertz wies zugleich einen Vorwurf des Umweltministeriums zurück, RWE habe der Behörde für eine vergleichende Sicherheitsanalyse von Biblis A mit Emsland trotz Aufforderung keine Unterlagen zur Verfügung gestellt. "Doch, das haben wir", sagte Lambertz.

Neben RWE versuchen zurzeit auch die Energiekonzerne EnBW und Vattenfall, Strommengen jüngerer Kernkraftwerke auf ältere Anlagen zu übertragen. Dem Bundesumweltministerium liegen Anträge für Übertragungen von Neckarwestheim 2 auf Neckarwestheim 1 sowie von Krümmel auf Brunsbüttel vor. Die Prüfung dieser Anträge ist laut dem Ministerium noch nicht abgeschlossen.