AKW Brunsbüttel

Auch Vattenfall will wegen Laufzeitverlängerung klagen

Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe) prüft neben dem RWE-Konzern auch das Unternehmen Vattenfall den Gang zum Verwaltungsgereicht, falls das Bundesumweltministerium den Antrag für die Laufzeitverlängerung des schleswig-holsteinischen Kernkraftwerkes Brunsbüttel ablehnt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Wie RWE für seinen Altmeiler Biblis A möchte Vattenfall bislang nicht genutzte Strommengen des nur kurzzeitig betriebenen Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich auf das Kraftwerk Brunsbüttel übertragen, um dessen Laufzeit um zweieinhalb Jahre bis Ende 2011 zu verlängern. Das Bundesumweltministerium vertritt aber im Gegensatz zum Kanzleramt und zum Wirtschaftsministerium die Auffassung, dass das Atomgesetz die Nutzung der Mülheim-Kärlich-Mengen für diese Altmeiler verbietet.

Neben der bereits angekündigten Klage wegen der Mülheim-Kärlich-Mengen will RWE zudem gegen die Absicht des Ministeriums vorgehen, den Bescheid über die hilfsweise beantragte Übertragung von Strommengen des jüngeren RWE-Kraftwerks Emsland auf Biblis von einer Sicherheitsanalyse des Kernkraftwerks Emsland mit dem Reaktorblock Biblis A abhängig zu machen. RWE-Kraftwerkschef Jan Zilius sagte, ein solcher Antrag müsse allein auf Basis des Sicherheitsstatus von Biblis A beschieden werden. Eine vergleichende Sicherheitsanalyse beider Anlagen sei im Atomgesetz ausdrücklich nicht vorgesehen. Von daher werde RWE auch die vom Ministerium für einen solchen Vergleich angeforderten Unterlagen nicht vorlegen. Im Übrigen habe die hessische Atomaufsichtsbehörde erst kürzlich das "hohe Sicherheitsniveau" von Biblis A testiert.