Altes Gutachten

Auch Sachsen kommt für Atommüll-Endlager in Frage

Als mögliche Standorte für ein deutsches Atommüll-Endlager kommen einer Untersuchung zufolge auch Regionen in Sachsen in Betracht. Das geht aus einem bereits 1994 erstellten Gutachten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hervor, das jahrelang in einer Schublade gelegen hatte.

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Dresden (dapd/red) - Das sagte am Donnerstag ein Sprecher des sächsischen Umweltministeriums auf dapd-Anfrage. Er bestätigte damit Berichte des "Sachsenspiegels" und der "Dresdner Morgenpost".

In dem Gutachten, das viele Jahre im Bundesumweltministerium in der Schublade lag, werden die geologischen Voraussetzungen für ein Endlager im Erzgebirge und im Vogtländischen Schiefergebirge sowie der Lausitzer Scholle im Gebiet zwischen Radeberg, Pulsnitz und Löbau als günstig bewertet. Neben Sachsen werden auch Regionen in Sachsen-Anhalt und Bayern als Endlager für hoch radioaktiven Abfall empfohlen.

Vorstufe für weitere Studien?

Der Ministeriumssprecher sagte, in dem Gutachten würden nur "untersuchungswürdige" Regionen aufgelistet. Das bedeute, die Regionen seien daraufhin geprüft worden, ob sich eine weitere Untersuchung lohne.

In dem Gutachten heißt es, das Papier sei als "Vorstufe für eventuell weitere Studien zu sehen". Die ausgewählten Regionen seien in die "weiterführende Diskussion einzubeziehen".

Bis 2015 muss Deutschland laut einer EU-Richtlinie konkrete Pläne für ein Atomendlager vorlegen. Ein Endlager für hoch radioaktiven Müll gibt es in der Bundesrepublik bisher nicht. Der Standort Gorleben in Niedersachsen wird derzeit ergebnisoffen erkundet.