szmtag
23.09.2011, 09:18 Uhr

Strom-News

Altes Gutachten

Auch Sachsen kommt für Atommüll-Endlager in Frage

Als mögliche Standorte für ein deutsches Atommüll-Endlager kommen einer Untersuchung zufolge auch Regionen in Sachsen in Betracht. Das geht aus einem bereits 1994 erstellten Gutachten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hervor, das jahrelang in einer Schublade gelegen hatte.

Dresden (dapd/red) - Das sagte am Donnerstag ein Sprecher des sächsischen Umweltministeriums auf dapd-Anfrage. Er bestätigte damit Berichte des "Sachsenspiegels" und der "Dresdner Morgenpost".

Atommüll Bis 2015 muss über ein Endlager entschieden worden sein. (Foto / Abb.: tiero / Fotolia.com)In dem Gutachten, das viele Jahre im Bundesumweltministerium in der Schublade lag, werden die geologischen Voraussetzungen für ein Endlager im Erzgebirge und im Vogtländischen Schiefergebirge sowie der Lausitzer Scholle im Gebiet zwischen Radeberg, Pulsnitz und Löbau als günstig bewertet. Neben Sachsen werden auch Regionen in Sachsen-Anhalt und Bayern als Endlager für hoch radioaktiven Abfall empfohlen.

Vorstufe für weitere Studien?

Der Ministeriumssprecher sagte, in dem Gutachten würden nur "untersuchungswürdige" Regionen aufgelistet. Das bedeute, die Regionen seien daraufhin geprüft worden, ob sich eine weitere Untersuchung lohne.

In dem Gutachten heißt es, das Papier sei als "Vorstufe für eventuell weitere Studien zu sehen". Die ausgewählten Regionen seien in die "weiterführende Diskussion einzubeziehen".

Bis 2015 muss Deutschland laut einer EU-Richtlinie konkrete Pläne für ein Atomendlager vorlegen. Ein Endlager für hoch radioaktiven Müll gibt es in der Bundesrepublik bisher nicht. Der Standort Gorleben in Niedersachsen wird derzeit ergebnisoffen erkundet.

© 2001-2013 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Kostenloser Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Auch Sachsen kommt für Atommüll-Endlager in Frage

"
  • Niedersachsen will Windkraft massiv ausbauen
    Windrad Niedersachsen will bis 2020 genauso viel Strom aus Windkraft erzeugen wie verbrauchen. Das sieht ein neues Energiekonzept vor, dessen Entwurf das Landeskabinett in Hannover am Dienstag beschlossen hat. Demnach soll die Windenergie im Jahr 2020 den Verbrauch des Landes rechnerisch komplett decken können.
  • Das Aus für Gorleben rückt näher
    Atommüll Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) verlangt eine Neuausrichtung im Umgang mit Atommüll und spricht sich für dessen Rückholbarkeit aus. Damit wäre der Salzstock in Gorleben als Endlager wohl vom Tisch. Die niedersächsische SPD wird deutlicher: "Gorleben ist tot."
  • Betreiber will Castor-Strahlung schnell senken
    Atommüll Der Betreiber des Zwischenlagers Gorleben will die in die Umgebung abgegebene Strahlung durch Castor-Behälter schnell senken. Mit dem niedersächsischen Umweltministerium werde man kurzfristig Maßnahmen abstimmen, "die eine Reduzierung der Dosis am Zaun bewirken".
  • Atommüll: Entwarnung in einer Million Jahren
    Atomkraft Der beschleunigte Atomausstieg ist beschlossene Sache, doch was ist mit den Altlasten? Eine Million Jahre soll es dauern, bis wirklich alle Restrisiken abgebaut sind. Forscher tüfteln deshalb an allen möglichen Methoden, um den strahlenden Müll wenigstens sicher lagern zu können.
  • Castortransport im November wohl doch nicht der letzte
    Atommüll Der im November erwartete Castortransport nach Gorleben ist entgegen offiziellen Ankündigungen wohl doch nicht der letzte aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague. 2014 soll erneut ein Transport in Frankreich auf die Reise gehen.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>