Stellungnahmen

Auch RWE-Energy-Chef kritisiert EU-Pläne zur Netztrennung

Der Plan der EU, die großen Versorger zum Verkauf ihrer Stromnetze zu zwingen, stößt weiter auf heftige Kritik. Sowohl RWE-Energie-Chef Bonekamp als auch E.ON-Chef Bernotat sprachen sich gegen die zwangsweise Trennung von Energieproduktion und Netzbetrieb aus.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Der Vorstandsvorsitzende von RWE Energy, Berthold Bonekamp, sagte dem Magazin "Focus": "Es macht keinen Sinn, wenn die Europäische Kommission von Unternehmen Investitionen in Netze fordert und gleichzeitig deren Enteignung betreibt."

Nirgendwo sei bisher der Beweis angetreten worden, dass die Abtrennung von Strom- und Gasnetzen den Wettbewerb fördere oder gar mehr Sicherheit oder Wirtschaftlichkeit bringe. "Unternehmen, die seit Jahrzehnten für Versorgungssicherheit stehen, sind die besseren Netzeigentümer im Vergleich zu internationalen Finanzinvestoren", sagte Bonekamp.

Zuvor hatte schon E.ON-Chef Wulf Bernotat die Gesetzentwürfe der EU-Kommission zur zwangsweisen Trennung von Energieproduktion und Netzbetrieb als unsinnig zurückgewiesen. "Eine eigentumsrechtliche Entflechtung der Energienetze ist der falsche Weg zum Europäischen Binnenmarkt", sagte Bernotat dem "Handelsblatt".

Es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Eigentum an den Netzen und der Höhe der Energiepreise oder Netzinvestitionen. In Deutschland überwache die Bundesnetzagentur den freien Netzzugang. "Jegliche Möglichkeit, den Wettbewerb zu behindern, ist damit heute schon ausgeschlossen", zeigte sich Bernotat überzeugt.

Die Brüsseler Kommission will das Gesetz voraussichtlich am 19. September offiziell auf den Weg bringen.