Aktuelle Schwankungen natürlich

Auch Kromphardt gegen Aussetzung von Öko- und Mineralölsteuer

Gestern stieg der Preis pro Barrel Rohöl an der New Yorker Warenterminbörse erstmals auf 42 US-Dollar. Dennoch hält auch Jürgen Kromphardt, ehemaliges Mitglied der Wirtschaftsweisen eine Aussetzung der Ökosteuer für falsch. Steuergesetze müssten längerfristig ausgerichtet sein.

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Köln (ddp/sm) - Die gegenwärtig hohen Benzinpreise rechtfertigen nach Ansicht des früheren Wirtschaftsweisen Jürgen Kromphardt keine kurzfristige Senkung oder ein Aussetzen der Öko- und Mineralölsteuer. Der Ölpreis sei aktuellen Schwankungen unterworfen, während eine Steuergesetzgebung längerfristig ausgerichtet sein müsse, sagte das ehemalige Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung am Mittwoch im Deutschlandfunk. Ein Aussetzen der Ökosteuer würde zudem "eine Lücke" in der Rentenkasse aufreißen.

Stattdessen müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, Energie zu sparen, sagte Kromphardt. Über den Preis an der Zapfsäule bestimmten in erster Linie "preistaktische Überlegungen" der Mineralölkonzerne. Schließlich sei das Benzin, das gegenwärtig verkauft werde, aus Ölkäufen lange vor dem Preisanstieg gewonnen worden.

Nach Ansicht des Wirtschaftsexperten wird der Ölpreis zwar nicht mehr "auf frühere Niveaus" absinken, dennoch gehe er davon aus, dass der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl auf "deutlich unter 40 US-Dollar zurückkommen" werde. Kromphardt erwartet, dass die hohen Ölpreise tendenziell für ein "etwas geringeres Wachtstum" sorgen als ursprünglich geplant.

An der New Yorker Warenterminbörse war der Barrel-Preis am Dienstag zum ersten Mal überhaupt über die Marke von 42,00 US-Dollar gestiegen. Am Londoner Spotmarkt kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent derzeit um 39,00 US-Dollar.