Umweltausschuss will Aufklärung

Auch in Salzstock Gorleben sickert Lauge

Neben dem Atommülllager Asse II sickert offenbar auch in den Gorlebener Salzstock Lauge. Der Umweltausschuss des niedersächsischen Landtags fordert genaue Informationen über die mögliche Gefährlichkeit der Zuflüsse in dem Erkundungsbergwerk.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben (ddp/sm) - Obwohl das Gorlebener Bergwerk stets als trocken bezeichnet werde, seien dort mindestens 160.000 Liter Lauge zugeflossen, sagte Ausschussvorsitzende und Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Der Umweltausschuss fordere eine vollständige Liste und Analyse aller Laugenzuflüsse seit Beginn der Erkundung des Salzstocks.

Der in Bremen erscheinende "Weser Kurier" hatte in seiner Samstagausgabe berichtet, dass es auch in Gorleben Laugenzuflüsse gibt. Das Blatt berief sich dabei auf Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz und des niedersächsischen Umweltministeriums. Das Ministerium betonte jedoch, die Zuflüsse seien nicht mit denen in der Schachtanlage Asse vergleichbar. In Gorleben dringe das Wasser nicht von außen ein, es handele sich vielmehr um Millionen Jahre alte Laugen fossiler Art.

Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg erklärte dagegen, das Abteufen der beiden Schächte im Gorlebener Erkundungsbergwerk sei bis Mitte der 1990er Jahre "von permanenten Laugenzuflüssen geprägt" gewesen. Die Bauarbeiten hätten in rund 320 Meter Tiefe wiederholt unterbrochen werden müssen, "weil der Schacht nass war".

Im Atommülllager Asse seien die Laugenzuflüsse "der Anfang vom Ende" gewesen, sagte Grünen-Politiker Wenzel. "Wir müssen aus den Fehlern lernen, die in der Asse gemacht wurden. Die Parallelen zwischen beiden Salzstöcken müssten nun benannt und aufgearbeitet werden. "Schließlich war die Asse ein Prototyp für Gorleben", erklärte der Grünen-Politiker.

Gorleben ist ein möglicher Standort für ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Der Salzstock wird bereits seit Ende der 1970er Jahre auf seine Tauglichkeit untersucht. Im Jahr 2000 wurden die Arbeiten unterbrochen, das Moratorium gilt für höchstens zehn Jahre. Während die Energiewirtschaft, Union und FDP auf eine Fortsetzung der Arbeiten drängen, wollen SPD und Grüne auch andere Standorte prüfen lassen.