Wirklich öko?

Auch Grünen-Politiker sieht Etikettenschwindel beim Ökostrom

Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell, warnt vor einem "Etikettenschwindel" beim Ökostrom. "Wer Ökostrom kauft, sollte dies nicht bei einem Anbieter tun, der gleichzeitig Atom- oder Kohlestrom vertreibt", sagte Fell der "Frankfurter Rundschau".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - "Wirklicher Ökostrom muss sauber, mit Zertifikaten ohne Kompromisse nachgewiesen werden." Damit reagierte Fell auf die derzeitige Praxis, deutschen Atomstrom zu kaufen, diesen durch den zusätzlichen Erwerb eines Umwelt-Zertifikats eines norwegischen Wasserkraftwerks zu "veredeln" - und das Ganze dann als Ökostrom anzubieten.

Auch die Bundeszentrale der Verbraucherverbände äußerte sich skeptisch: "Wer zusätzlich Ökostrom kaufen will, muss wissen, dass dieser Strom (...) dem ,großen europäischen Stromsee' entnommen wird", sagte Energieexperte Holger Krawinkel der Zeitung.