Auch EnBW passt Preise an - Ein Pfennig mehr je Kilowattstunde - Neue Angebote angekündigt

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Auch die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) sieht sich gezwungen, die durch die das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) und das Gesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bundesweit veranlassten Verteuerungen der Strombeschaffung an ihre Kunden weitergeben: Zum 1. Oktober dieses Jahres wird der Strompreis um 1,15 Pfennig pro Kilowattstunde angehoben. Von der Preisanpassung sind alle Kundengruppen betroffen, teilte das Unternehmen heute mit. Die EnBW bedauere, dass "durch die Verlagerung politisch gewünschter und gesetzlich geregelter Subventionen auf die Stromwirtschaft" für viele ihrer Kunden ein Teil der durch die Liberalisierung des Energiemarktes erreichten Preisvorteile wieder aufgezehrt werde. Zugleich kündigte die EnBW neue Angebote für Privat- und Gewerbekunden an.



In landesweit am 30. September erscheinenden Zeitungsanzeigen sowie in Rundschreiben an Kunden mit besonderen Verträgen werde die EnBW ausführlich über die Gründe und die Art der Preisanpassungen informieren. Dabei gehe es in der Regel um einen Aufschlag auf den "Arbeitspreis" von 0,99 Pfennig pro Kilowattstunde zuzüglich 16 Prozent Mehrwertsteuer - also um brutto 1,15 Pfennig pro Kilowattstunde. Die Grundpreise blieben unverändert, so die EnBW.



Der Aufschlag von 0,99 Pfennig pro Kilowattstunde decke exakt die Mehrbelastungen ab, die der EnBW durch die beiden Subventionsgesetze entstünden: 0,46 Pfennig pro Kilowattstunde müsse die EnBW im Wege eines bundesweiten Umlageverfahrens nach dem bereits am 1. April dieses Jahres in Kraft getretenen Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) für die Einspeisung von Strom aus Biomasse, Wind- und Solarenergie bezahlen. 0,53 Pfennig pro Kilowattstunde betrage der Umlagesatz, den die EnBW nach dem im Mai dieses Jahres in Kraft getretenen Gesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) für die Einspeisung von Strom aus KWK-Anlagen entrichten müsse.



Die Höhe der beschriebenen Preisanpassungen gelte nur für Kunden innerhalb des Netzgebiets der EnBW. Für Kunden, die die EnBW außerhalb ihres eigenen Netzgebietes beliefert, könnten sich - je nach Belastung des jeweiligen Netzbetreibers durch die beiden Subventionsgesetze EEG und KWK - abweichende Preisveränderungen ergeben.



Noch nicht enthalten seien in den neuen Preisen die Mehrbelastungen durch die dritte Stufe der Öko-Steuer: Zum 1. Januar kommenden Jahres soll dieser - mit wenigen Ausnahmen erhobene - Aufschlag auf den Strom um weitere 0,5 Pfennig auf dann drei Pfennig pro Kilowattstunde erhöht werden. Nach den bisherigen Planungen der Bundesregierung soll die Stromsteuer in zwei weiteren Jahresschritten - also 2002 und 2003 - nochmals um je 0,5 Pfennig auf dann vier Pfennig pro Kilowattstunde steigen.



Mit der Information über die durch gesetzliche Mehrbelastungen notwendig gewordenen Preisanpassungen kündigte die EnBW neue Preis- und Leistungsangebote an ihre Privat- und Gewerbekunden an: Unter der Bezeichnung "EnBW Garant vario" und "EnBW Business vario" werden die EnBW Kunden auch künftig - neben den klassischen Tarifen und branchenspezifischen Sonderverträgen - "attraktive Produkt- und Dienstleistungspakete" wählen können. So haben beispielsweise künftig auch Privatkunden die Möglichkeit, über ein EnBW Servicescheckheft Dienstleistungen abzurufen - von der Handwerkerhilfe bis zur Energieberatung.