Nicht zu viele Zugeständnisse

Attac und BUND warnen vor faulem G8-Klimakompromiss

Im Ringen um eine Klimaschutz-Vereinbarung beim G8-Gipfel haben mehrere Organisationen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor zu vielen Zugeständnissen gewarnt. Besser sei kein Klimaabschlussdokument als ein unzureichendes, erklärten Attac Deutschland, der BUND und Germanwatch.

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Berlin (ddp/sm) - Ein schlechter Kompromiss könne die Verhandlungen über ein Folgeabkommen zum Kyoto-Klimaschutzprotokoll untergraben, so die Meinung der Organisationen. Für einen "klimapolitischen Verhandlungsbasar" sei es definitiv zu spät, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Zu einer anspruchsvollen Verabredung der G8-Staaten gehöre die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius sowie die Reduzierung des CO2-Ausstoßes der G8-Staaten um 30 Prozent bis zum Jahr 2020, bis 2050 um 80 Prozent. Alles andere sei nicht akzeptabel, betonte der Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Gerhard Timm, und fügte hinzu: "Der Erfolg des G8-Gipfels steht auf der Kippe."

"Wir drängen die deutsche Kanzlerin und G8-Präsidentin, keinem Text zuzustimmen, der die Chance auf ein ernsthaftes Abkommen untergräbt", sagte der Germanwatch-Vorsitzende Klaus Milke mit Blick auf das bis 2009 angestrebte Kyoto-Folgeabkommen. Milke verwies darauf, dass die G8-Staaten zusammen mit den fünf ebenfalls zum Gipfel geladenen Schwellenländern für 80 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich seien.

Sven Giegold vom Attac-Koordinierungskreis warf der Bundeskanzlerin Scheinheiligkeit vor. "Wer 28 neue Kohlekraftwerke im Land plant, ist ein Klimaheuchler und nicht -vorreiter." Zentraler Grund hierfür sei die Verflechtung zwischen "Verschmutzerindustrien" und Politik.