Standpunkt

attac kritisiert Strompreiserhöhungen als "unsozial"

Die Organisation attac hat in Berlin eine stärkere demokratische Kontrolle der vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall gefordert und die neuerlichen Strompreiserhöhungen als "unsozial" kritisiert. Nötig sei ein rechtlicher Anspruch auf eine Grundversorgung mit Energie, heißt es weiter.

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Berlin (ddp/sm) - Die globalisierungskritische Organisation attac hat die jüngsten Strompreiserhöhungen als "unsozial" kritisiert und eine stärkere demokratische Kontrolle der Energiekonzerne gefordert. Mit den vier Energieriesen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW werde es weder wirksamen Klimaschutz noch sozialverträgliche Preise oder eine wirksame Kontrolle der Energiewirtschaft geben, kritisierte eine attac-Sprecherin in Berlin. Die Organisation forderte deshalb die Auflösung der vier großen Energieversorger und eine dezentrale Stromversorgung in öffentlicher Hand.

Die Preissteigerungen stehen nach den Worten der Sprecherin nur bedingt in Zusammenhang mit den tatsächlichen Produktionskosten und träfen vor allem einkommenschwache Haushalte. Jährlich würden mehr als 800 000 Menschen in Deutschland Strom oder Gas abgestellt, weil sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen könnten, kritisierte die Sprecherin. Notwendig sei deshalb ein rechtlicher Anspruch auf eine Grundversorgung mit Energie, der den Kunden die zur gesellschaftlichen Teilhabe nötige Strommenge zu geringen oder keinen Kosten garantiere.

Angesichts der Preiserhöhungen ist ein Wechsel des Stromanbieters laut attac nicht immer die beste Lösung, denn die Großkonzerne verfügten mittlerweile über Tochterfirmen, die als Billiganbieter aufträten. Auch wenn die Rechnung hier kurzfristig sinken könne, schauten die Verbraucher auf lange Sicht möglicherweise in die Röhre, warnte die Sprecherin.