Radioaktivität

Atomwolke: Deutsche Behörden geben Entwarnung

Maßgebliche Behörden erwarten in Deutschland keine gesundheitliche Gefährdung durch radioaktive Stoffe aus Japan. Sowohl das Umweltministerium als auch das Bundesamt für Strahlenschutz haben Entwarnung gegeben. Verbraucherministerin Aigner wies darauf hin, auch importierte Lebensmittel würden kontrolliert.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Das Umweltministerium erklärte am Mittwoch in Berlin, zwar könnten im Bundesgebiet in den nächsten Tagen in der Luft Spuren radioaktiver Stoffe aus Japan gemessen werden. Damit sei je nach Wetterlage zu rechnen. "Gesundheitliche Auswirkungen für unsere Bevölkerung können jedoch ausgeschlossen werden", erklärte das Ministerium.

Die Messwerte würden nach den vorliegenden Erkenntnissen weit unterhalb jener Konzentrationswerte bleiben, die gesundheitlich bedenklich seien. Insbesondere könne eine radioaktive Belastung von Lebensmitteln "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen" werden.

Weder Atomwolke noch Atom-Nahrung

Auch der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, rechnet nicht mit einer Gefahr für die deutsche Bevölkerung durch radioaktive Partikel aus Japan. König sagte der "Braunschweiger Zeitung" (Donnerstagausgabe), wegen der weiten Entfernung und der hohen Verdünnung würden in Deutschland vermutlich nur Spuren von Radioaktivität gemessen. "Sie liegen weit unterhalb einer Bedeutung für die Gesundheit."

Nach dem Reaktorunglück in Japan wappnen sich die deutschen Behörden auch dafür, radioaktiv verunreinigte Import-Lebensmittel schnell zu erkennen und die Verbraucher zu schützen. Es seien umfangreiche Vorkehrungen getroffen worden, erklärte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). "Die deutschen Behörden bleiben sehr wachsam, vor allem was mögliche Importe aus der Krisenregion betrifft." Überdies würden Exportprodukte schon in Japan sowie den Nachbarstaaten vor dem Versand auf Radioaktivität kontrolliert.

Aigner berichtete, dass es ohnehin nur sehr wenig japanische Nahrungsmittel-Lieferungen nach Deutschland gebe, weil Japan selbst ein Importland sei. Und durch das Erdbeben, den Tsunami und die Reaktorkatastrophe sei der Handel mit Japan praktisch zum Erliegen gekommen. Nach Einschätzung von Experten werde Japan angesichts der Notlage heimische Waren vorrangig an die eigenen Bürger abgeben.