Erste Transporte nach Terroranschlägen

Atomtransporte rollen derzeit durch Deutschland

Heute Nacht ist im niedersächsischen Brunsbüttel ein Castor-Transport in Richtung Frankreich gestartet. Er rollt derzeit durch Deutschland und konnte auch von Aktivisten der Umweltschutzorganisation nur für etwa eine Stunde aufgehalten werden.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Trotz vermehrter Bedenken aufgrund der Terroranschläge auf die USA, ist der Castor-Transport von den norddeutschen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Stade über den stillgelegten Meiler Mühlheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague heute Nacht planmäßig gestartet. Unmittelbar vor der Abfahrt aus Brunsbüttel hatten sich zwei Greenpeace-Aktivisten mit Seilen und Klettergurten unter einer Rohrleitungs-Brücke abgeseilt und die Weiterfahrt für etwa eine Stunde verhindert. Weitere Zwischenfälle hat es bisher nicht gegeben.

"Atomtransporte waren schon immer eine Gefahr für die Bevölkerung", erklärte Veit Bürger, Energieexperte bei Greenpeace. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Weltlage ist es aber ein doppeltes Risiko, einen Konvoi mit voll beladenen Atommüll-Behältern quasi als rollende Zielscheibe quer durch das Land zu schicken." Nach Angaben der Umweltschützer enthält der Atommüll vergleichbar viel Radioaktivität wie 1986 bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (Ukraine) freigesetzt wurde.