Atomkraft

Atomstrom teuerer als Konzerne behaupten

Eine neue Rechnung bezüglich der Preise für Atomstrom hat der BUND aufgestellt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz rechnet zu den Produktionsgeldern, die Kosten hinzu, die im Falle eines Reaktorunfalls entstehen würden und kommt dabei auf einen Preis von rund zwei Euro pro Kilowattstunde.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Nürnberg (dapd/red) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) widerspricht der Argumentation, ein endgültiger Ausstieg aus der Atomkraft sei teuer. Atomstrom sei nicht der billigste, sondern im Gegenteil "der mit Abstand teuerste Strom", sagte BUND-Chef Hubert Weiger und verwies darauf, dass im Falle eines Reaktorunfalls lediglich 0,1 Prozent der Schadenssumme versichert seien. Den Rest trage die Allgemeinheit.

BUND: Atomstrom kostet über zwei Euro pro kWh

Berücksichtige man dies sowie die ungelöste Endlagerfrage liege der Preis für Atomstrom bei über zwei Euro pro Kilowattstunde. Die Stromkosten seien letztendlich also höher. "Die Frage, können wir es uns leisten, stellt sich nicht. Was wir uns nicht leisten können, ist ein GAU", fügte Weiger hinzu und plädierte daher für einen schnellen Ausstieg aus der Atomkraft.

Atomausstieg sollte schnell erfolgen

25 Jahre nach dem Reaktor-Unglück von Tschernobyl habe die Politik immer noch keine ausreichende Lehren aus der Katastrophe gezogen, so der BUND-Chef. Zwar seien nach 1986 keine neuen Atomkraftwerke mehr in Auftrag gegeben worden, der Ausbau der erneuerbaren Energien sei ebensowenig entschlossen vorangetrieben worden wie die Energieeffizienz. Die derzeitige Sicherheitsüberprüfung der deutschen Atomkraftwerke bezeichnete Weiger überflüssig.

Tschernobyl-Folgen in Deutschland immer noch zu messen

"Es ist eigentlich alles bekannt, um endlich zu handeln. Was notwendig ist, ist nicht die Einrichtung irgendwelcher neuer Kommissionen, sondern der politische Wille, die überfällige Energiewende tatsächlich zu realisieren," sagte Weiger und erinnerte daran, dass Deutschland immer noch mit den Folgen aus Tschernobyl konfrontiert sei. So seien vor allem in Süddeutschland die Böden noch immer mit Cäsium 137 belastet.