szmtag
18.10.2010, 08:51 Uhr

Strom-News

Studie

Atomstrom müsste eigentlich 4 Cent pro Stunde mehr kosten

Die wahren Kosten für Atom und Kohle liegen einer neuen Studie zufolge bei zusätzlichen 4,0 Cent pro Kilowattstunde. Ein Bündnis aus rund 100 Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen fordert nun ehrliche Strompreise und die vorrangige Einspeisung erneuerbarer Energien.

Hamburg/Berlin/Aachen/Schwerte (red) - In der Debatte um die Förderung und den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland fordert die Klima-Allianz, ein Bündnis aus rund 100 Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen, die Bundesregierung dazu auf, Kohle und Atom zu Auslaufmodellen zu erklären und den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren voranzutreiben. Dazu gehöre ein klares Bekenntnis zur weiteren Förderung durch das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) sowie die vorrangige Einspeisung regenarativer Energiequellen. Zudem sei eine ehrliche Debatte über die Strompreise notwendig, die auch die "milliardenschweren Atomsubventionen" einbeziehe.

Geld Laut einer Studie, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy erstellt hat, zahlen die Verbraucher in Deutschland für Kohle- und Atomstrom erheblich mehr, als in ihrer Stromrechnung ausgewiesen ist. Der Studie zufolge liege diese versteckte Konventionelle-Energien-Umlage bei 4 Cent pro Kilowattstunde. Diese Zusatzkosten sind nicht von der Stromrechnung abgedeckt, sondern werden über Steuern und Abgaben von der Gesellschaft getragen.

"Es ist unredlich, den Öko-Energien die Verantwortung für steigende Strompreise zu geben, während Atomkraft und Kohle ihre Kosten bequem und scheinbar unbemerkt auf den Steuerzahler abwälzen", sagt Robert Werner, Vorstand von Greenpeace Energy. Statt populistisch nach der Abschaffung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes zu rufen, müssten die Kosten sämtlicher Energieträger transparent ausgewiesen werden.

Auf einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden umgerechnet, beläuft sich die Konventionelle-Energien-Umlage auf 140 Euro im Jahr. Mit einer EEG-Umlage von 3,5 Cent für das Jahr 2011 entstehen dem Beispiel-Haushalt Kosten in Höhe von 122,50 Euro. Zur exakten Vergleichbarkeit wären zur EEG-Umlage noch weitere staatliche Förderungen hinzuzurechnen, die Greenpeace Energy derzeit in einer weiteren Studie berechnen lässt.

Andere Berechnungen kommen im Übrigen noch zu weit höheren Preisen für Atomstrom - etwa durch das Einbeziehen von Rückversicherungen, die für die Meiler eigentlich abgeschlossen werden müssten, die ob des immensen Risikos aber bislang kein Versicherer annimmt. Solche Berechnungen kommen auf Kilowattstundenpreise von bis zu zwei Euro.

© 2001-2012 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Atomstrom müsste eigentlich 4 Cent pro Stunde mehr kosten

"
  • Sonnenenergie-Boom verteuert Stromrechnung
    Geld Die deutschen Stromkunden müssen im kommenden Jahr deutlich tiefer für die Förderung erneuerbarer Energien in die Tasche greifen - unabhängig davon, ob sie selbst Strom aus regenerativen Quellen beziehen oder nicht. Die Kunden sollten prüfen, ob ein Stromanbieterwechsel sinnvoll ist.
  • Zusätzliche Stromkosten von 69 Euro pro Haushalt (Upd.)
    Geld Die Umlage der Stromkunden für erneuerbare Energien wird kommendes Jahr um 70 Prozent steigen. Wenn die Stromanbieter diese Kosten unverändert an die Verbraucher weitergäben, würde zum Jahreswechsel 2010/2011 jeder Haushalt mit einer Preiserhöhung von 7,5 Prozent rechnen müssen.
  • Greenpeace und Atomforum streiten über Subventionskosten
    Atomenergie Die Nutzung der Atomenergie hat nach Berechnungen der Umweltschützer von Greenpeace in den vergangenen 60 Jahren mindestens 204 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln gekostet. Das Deutsche Atomforum bestreitet das und spricht von unseriösen Berechungen.
  • Strompreise werden durch EEG-Umlage wohl weiter steigen
    neustadt;solar;schott Aufgrund der so genannten EEG-Umlage für erneuerbare Energien werden die Strompreise wohl auch im nächsten Jahr weiter drastisch ansteigen. Neben der Umlage, über die am Freitag dieser Woche entschieden wird, dürfte aber auch die Marktbeherrschung durch vier Hauptanbieter an der Preiserhöhung schuld sein.
  • Strompreise sind wieder angestiegen
    Geld Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im September wieder etwas verstärkt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, lag der Verbraucherpreisindex vor allem bedingt durch höhere Strompreise, teures Mineralöl sowie verteuerte Nahrungsmittel um 1,3 Prozent höher als im September 2009.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>