Kritik von SPD und Grünen

Atomstreit auch in Bayern: CSU lehnt Verzicht auf Kernenergie ab

Der geplante Atomausstieg erhitzt auch in Bayern die Gemüter. CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann schloss am Dienstag den Bau neuer Kernkraftwerke in Deutschland auf lange Sicht nicht aus. SPD und Grüne reagierten mit scharfer Kritik. Gerade aufgrund der aktuellen Störfälle müsse man beim Atomausstieg bleiben.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München (ddp-bay/sm) - Herrmann betonte, die CSU lehne den Atomausstieg ab. Die Union müsse diese Diskussion mit der Bundes-SPD "offensiv" führen. So müssten die Bürger darauf hingewiesen werden, dass ein Verzicht auf die Kernenergie "massive weitere Strompreiserhöhungen bedeuten würde".

Der CSU-Fraktionschef fügte hinzu, im Moment stelle sich zwar die Frage des Baus neuer Kernkraftwerke nicht. Langfristig werde man aber auch diesen Schritt "in Ruhe überlegen müssen".

SPD-Fraktionschef Franz Maget entgegnete, die Bundesregierung müsse am Atomausstieg festhalten. Er fügte hinzu: "Gerade die Störfälle der letzten Tage haben erneut bewiesen, dass eine Fortführung dieser nicht vollständig beherrschbaren Technologie unverantwortlich wäre." Außerdem verhindere eine Verlängerung von Laufzeiten oder gar ein Neubau von Atomanlagen den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien.

Die Grünen-Umweltexpertin Ruth Paulig kritisierte: "Diese Atom-Debatte ist müßig und unverantwortlich, da es eindeutige Regelungen zum Atom-Ausstieg gibt." Nur mit Strom aus erneuerbaren Energien seien Versorgungssicherheit und Klimaschutz gewährleistet. Paulig fügte hinzu: "Dass man für den Klimaschutz Atomkraftwerke braucht, ist ein Ammenmärchen, das die CSU immer wieder aufwärmt."