Geologisch instabil

Atomreaktor droht Demontage wegen aktiver Erdspalte

In Japan muss möglicherweise ein Reaktor eines Atomkraftwerks demontiert werden, weil dieser auf einem geologisch instabilen Untergrund gebaut wurde. Die Bewegungen unterhalb des Atomkraftwerks in Tsuruga in der zentralen Präfektur Fukui deuteten nach Expertenmeinung auf eine aktive Erdspalte hin.

Kernkraftwerk© Roland Marti / Fotolia.com

Tokio (AFP/red) - Das erklärte der Vorsitzende der neu gegründeten Nuklearen Regulierungsbehörde, Shunichi Tanaka. Sollten sich diese Feststellungen bestätigen, müsse die Behörde den Rückbau des betroffenen Reaktors in Tsuruga anordnen.

Es falle der Atomkontrollbehörde unter diesen Umständen schwer, für die Sicherheit des Kraftwerks zu garantieren oder dessen Inbetriebnahme zu erlauben, erklärte Tanaka. Von den 50 Reaktoren des Landes sind derzeit nur zwei in Betrieb, weil die Regierung nach der Atomkatastrophe von Fukushima eine umfassende Überprüfung sämtlicher Atomkraftwerke angeordnet hatte. Wegen des Versagens der damaligen Kontrollinstanzen für die Nuklearwirtschaft wurde im vergangenen September die Nukleare Regulierungsbehörde aus der Taufe gehoben.

Weitere Untersuchungen auch für Oi

Einige Wissenschaftler vermuten zudem gefährliche Aktivitäten unterhalb des Atomkraftwerks Oi. Die ebenfalls in der Präfektur Fukui gelegene Anlage war erst im Juli teilweise wieder hochgefahren worden. Strittig ist, wie aktiv die Erdspalte unterhalb von Oi ist. Die Atomaufsicht hat weitere Untersuchungen angeordnet.

Fast 19.000 Menschen kamen im März 2011 ums Leben, als ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami den Nordwesten der Hauptinsel erschütterten. Die Naturkatastrophe führte zur Kernschmelze in der Atomanlage in Fukushima, der folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl im Jahr 1986.

Quelle: AFP