Drei Varianten

Atommülllager Asse: Gutachten zur Schließung heute vorgestellt

Die strategische Entscheidung zur Art und Weise der Schließung des maroden Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel rückt näher. Zur Diskussion stehen die Rückholung der Abfälle, ihre Umlagerung innerhalb des Bergwerks oder die sogenannte Vollverfüllung der Anlage. Studien dazu wurden heute vorgelegt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Salzgitter (ddp/red) - Vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beauftragte Gutachter präsentierten am Freitag in Schöppenstedt in einer öffentlichen Veranstaltung die Ergebnisse ihrer Machbarkeitsstudien für die Stilllegung der Schachtanlage. Am Jahresende werde das Bundesamt die "Weichenstellung" vornehmen, welche Option weiterverfolgt werden solle, sagte BfS-Präsident Wolfram König. Es gehe darum, die größtmögliche Sicherheit für die betroffenen Menschen zu schaffen.

Beteiligung der Öffentlichkeit zur Asse-Schließung

König betonte, es sei das erste Mal, dass die Öffentlichkeit "von Anfang an in die Stilllegung einer kerntechnischen Anlage einbezogen wird". Die Expertengutachten zu den Schließungsoptionen seien unmittelbar nach ihrer Erstellung präsentiert worden. Wünschenswert sei eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit, sagte König. Man werde alle Anregungen prüfen.

Keine Bewertung der Asse-Gutachten

Eine Bewertung der Gutachten gab König nicht ab. Alle drei Varianten seien aber strahlenschutztechnisch umsetzbar und würden zu keiner Überschreitung der zulässigen Werte bei Beschäftigten oder der Bevölkerung führen.

Das BfS hatte im Frühjahr die drei möglichen Alternativen für die Stilllegung genannt und dafür die Studien in Auftrag gegeben. Unter Tage lagern knapp 126 000 Fässer mit Atommüll. Das frühere Salzbergwerk droht voll Wasser zu laufen und einzustürzen.