Zusatzmengen

Atommüll-Menge in Gorleben könnte sich vervierfachen

Der Salzstock in Gorleben muss eventuell bedeutend mehr Atommüll aufnehmen als bisher bekannt. Bisher ist der Standort hauptsächlich als mögliches Endlager für stark strahlenden und heißen Atommüll bekannt. Nun räumt die Bundesregierung ein, dass Gorleben gegebenenfalls auch große Mengen anderer Atomabfälle aufnehmen müsste.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Das Gesamtvolumen des Nuklearmülls könnte dadurch auf mehr als das Vierfache steigen, berichtet die "Frankfurter Rundschau" (Mittwochsausgabe).

Welche Art Atommüll hinzu kommen soll

Das Bundesumweltministerium beziffert die Zusatzmengen in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage auf bis zu 105.500 Kubikmeter. Es handelt sich dabei um "vernachlässigbar wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle". Der Löwenanteil ist dabei sogenanntes abgereichertes Uran, das bei der Anreicherung von Uranbrennstoff zwecks Brennelement-Herstellung anfällt. Hinzu kommen Abfälle aus Forschungsreaktoren.

Grundsätzliche Klärung noch offen

Ob Gorleben überhaupt den Endlager-Status erhält, ist weiterhin fraglich. Mitte September hatte Niedersachsens Ministerpräsident McAllister Modelle favorisiert, die auf eine Rückholbarkeit des Atommülls zielen. Damit käme Gorleben eigentlich nicht mehr in Betracht.