Dauerthema Brennelemente

Atommüll: Mehr Einlagerungen in Ahaus und Koalitionsstreit

Das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) will in Zukunft auch schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Betrieb von Kernkraftwerken einlagern. Derweil bahnt sich in der Koalition ein Krach um die Atommüll-Endlagerung an. Die Union wirft der SPD "Verstoß gegen den Koalitionsvertrag" vor.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Ahaus/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Da ausgebrannte Brennelemente nahe der Kernkraftwerke zwischengelagert würden, sei dieser Schritt notwendig, um die Kapazitäten im Lager besser auszunutzen, erklärte ein Sprecher des BZA am Freitag. Derzeit seien erst rund zwölf Prozent der 420 Stellplätze in der Anlage belegt.

Bislang befinden sich im BZA lediglich Brennelemente. Für die Transporte des schwach- und mittelradioaktiven Mülls müssten so genannte Nutzungsergänzungen beantragt werden, sagte der Sprecher weiter. Nach Angaben der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" sollen ab 2009 rund 270 Großbehälter mit Atommüll aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague nach Ahaus gebracht werden. Diese Zahl wollte der BZA-Sprecher nicht kommentieren.

Nach Informationen der "Rheinischen Post" hat die Union hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeworfen, mit der Erarbeitung eines Gesetzes zur Suche nach einem "bestgeeigneten Standort" eine "Verzögerungstaktik" zu verfolgen. Damit verstoße der Minister gegen den Koalitionsvertrag, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Marie-Luise Dött, der "Rheinischen Post". Der Vertrag schreibe vor, bei der Endlagerung noch in der laufenden Wahlperiode zu einer Lösung zu kommen. Deshalb sei es unverständlich, dass Gabriel den Stopp der Erkundung des Salzstockes in Gorleben nicht längst aufgehoben habe.

Dött kritisierte, dass Gabriel mit seinem Vorgehen faktisch die Zwischenlager zu Endlagern mache und die notwendige Entscheidung auf die nächste Generation verschiebe. Gabriel scheue sich offensichtlich, mit Rücksicht auf SPD-Befindlichkeiten Wahrheiten auszusprechen und Probleme aktiv anzugehen. "Das ist ein klarer Fall von Führungsschwäche", sagte Dött.

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